Wien 2010

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03.06.2010 Hofburg

Es war relativ wenig los und so kamen wir schnell an unsere Eintrittskarten. Wir hatten uns für ein Kombiticket inkl. Silberkammer, Kaiserappartements, Sisi-Museum und Audioguide für 8,90 Euro entschieden. Wer ein besonderes Verhältnis zu unverhohlener Prunksucht, kaiserlichem Kitsch und tonnenweise Porzelan hat der wird sich in der Silberkammer absolut wohl fühlen. Nicht nur dass die Sachen oft grottenhässlich, vor allem die vergoldeten, waren, nein, es gab auch noch so viel von dem Zeug, dass es einen fast erschlagen hat. Aber ich will hier nicht alles schlecht reden es gab ein paar durchaus interessante Exponate in dem Museum und die Audioguides waren auch sehr gut gemacht. In der Silberkammer war übrigens das Fotografieren erlaubt.

 

W i s s e n s w e r t :  H o f b u r g

Der Baubeginn der Hofburg geht vermutlich bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück. Repräsentativ und Ansehnlich war die Burg, die sie damals noch war, zunächst nicht. Erst zur Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Anlage zur Hofburg aus- und umgebaut. Man erweiterte bestehende Trakte und baute neue hinzu, eine Tradition die bis heute anhält.

So kommt es auch, dass die Hofburg heute ein riesiger Gebäudekomplex mit etlichen Sehenswürdigkeiten ist. Die Highlights sind dabei die Spanische Hofreitschule, die Kaiserappartements, der Prunksaal der österreichischen Nationalbibliothek, die Silberkammer und noch viele mehr.

Heute ist die Hofburg, neben vielen anderen Funktionen, auch Sitz des österreichischen Bundespräsidenten. Von 1438 bis 1583 und von 1612 bis 1806 war sie Residenz der Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, bis 1918 die Residenz der Kaiser von Österreich.

 

 

Man muss die drei Besichtigungen nicht direkt hintereinander machen, zu jeder Attraktion gibt es einen eigenen Eingang mit Kartenkontrolle. Deshalb haben wir nach der Silberkammer auch erst mal Pause gemacht und uns in den großen Innenhof gesetzt und Sandwiches und Salzstangen gegessen die wir uns in der Stadt bei einem Bäcker gekauft hatten.

Frisch gestärkt ging es mit den Kaiserappartements weiter. Dieser Rundgang war schon eher nach unserem Geschmack, aber auch nicht so umwerfend wie wir uns die Räumlichkeiten vorgestellt hatten. Der vorletzte Kaiser, Franz Josef, lebte sehr spartanisch und dementsprechend mager war die Ausstattung mancher Zimmer. Der Audioguide wusste viel zu berichten und mit einigen Highlights wie dem Berglzimmer wurde die Besichtigung zwar nicht zum Aha-Erlebnis war aber ganz interessant (Fotografieren außerdem wieder verboten).

 

W i s s e n s w e r t :  W i e n - K a r t e

Wir haben uns während unseres Besuchs in Wien die Wien-Karte gekauft. Diese Karte kostete 18,90 Euro pro Person (Stand Juni 2010) und man konnte damit 72 Stunden lang mit den Öffentlichen fahren und bekam 4 Tage lang ermäßigte Eintritte in Museen, Schlößer und andere Sehenswürdigkeiten. Nähere Infos zu der Karte gibt es auf der Homepage http://www.wien.info

 

Wir sind beide keine Sisi-Fans, das Sisi-Museum haben wir uns angesehen weil es im Eintrittspreis beinhaltet war. Eine besondere Bereicherung für unser Leben war der Besuch nicht. Wer an der lieben Sisi aus den Filmen hängt der sollte das Museum eher meiden. Auch diese Dame hatte, wie so viele Frauen und Männer in mächtiger Position, ehrlich gesagt... (meine Frau hat gemeint ich soll dass nicht so drastisch ausdrücken, deshalb schreib ich hier nicht dass die gute Frau einen an der Waffel hatte sondern...) ...eine etwas komische Einstellung zu bestimmten Dingen :-)

Wappen und Steinfiguren auf der Hofburg.

Reiterstandbild vor der österreichischen Nationalbibliothek

So richtig zufrieden waren wir nach dem Besuch der Hofburg nicht, da hatten wir schon schöneres gesehen z.B. Schloß Neuschwanstein oder die Würzburger Residenz um nur zwei zu nennen. Außerdem, an dieser Stelle muss ich dem weiteren Bericht etwas vorgreifen, sind die Informationen die der Audioguide liefert in der Hofburg und im Schloß Schönbrunn fast identisch und Schönbrunn war unserer Meinung nach bei weitem sehenswerter.

Wer sich für Dressurpferde begeistern kann für den würde an dieser Stelle wohl ein Besuch der Spanischen Hofreitschule auf dem Programm stehen. Da wir beide nicht unbedingt Pferdeversessen und die Eintrittspreise auch noch ziemlich happig sind hatten wir dieses Highlight allerdings von Anfang an nicht auf unserer To-Do-Liste stehen.

Nachdem wir den kostenpflichtigen Teil durch hatten widmeten wir uns der Erkundung der restlichen Anlage. Der Heldenplatz und die österreichische Nationalbibliothek waren die nächsten Ziele. In der Bibliothek gäbe es einen herrlichen Prunksaal zu besichtigen, wir waren jedoch nach langem hin und her nicht bereit 7 Euro pro Person für den Besuch eines einzigen Raumes auszugeben. Also begnügten wir uns mit der Außenansicht und spazierten weiter zum Kunst- und Naturhistorischen Museum. Die beiden Museen befinden sich in zwei sich gleich sehenden gegenüberliegenden Gebäuden am Maria-Theresien-Platz. Ein Besuch wäre sicherlich interessant gewesen, war aber von uns nicht eingeplant, deshalb blieb es auch hier bei ein paar Fotos und der Freiluftbesichtigung.