USA 2011

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10.06.2011 Anreise

Wer sich die Mühe macht und unsere Reiseberichte liest, der weiß wahrscheinlich um unsere Probleme die richtige S-Bahn zum Flughafen zu finden. Das gehört aber der Vergangenheit an, mittlerweile sind wir richtige Profis :-) Die Koffer haben wir bereits am Vorabend aufgegeben, die Fahrt zum Flughafen war also ziemlich entspannt. Um 7:30 Uhr ging unser Flug mit der Lufthansa nach Manchester, um 9:25 Uhr ging es von dort weiter Richtung Newark wo wir um 12:15 Uhr Ortszeit landeten.

Unser ausgefeilter Reiseplan sah vor, dass wir vom Flughafen mit dem Bus zur Newark Penn Station, von dort mit dem Zug zum World Trade Center und schließlich mit der U-Bahn bis nach Queens fahren sollten. Dies war einerseits die günstigste Möglichkeit, andererseits konnten wir uns schon mal unters Volk mischen und uns aklimatisieren.

Beim Versuch Bus zu fahren wurden wir gleich mit aller Härte mit den Gepflogenheiten eines fremden Landes konfrontiert. Die kleinsten Geldnoten die wir dabei hatten waren 5 Dollar (wer in den USA schon mal Bus gefahren ist wird jetzt grinsen) und, ja..., der Fahrkartenautomat in den Bussen nimmt keine 5 Dollarscheine an. Das nächste Problem war, die 5 Dollar in 1 Dollarscheine zu wechseln. Irgendwie hatte keiner der anwesenden Taxifahrer 1 Dollarscheine um zu wechseln, wer's glaubt wird selig. Eine Kartenverkäuferin eines Reisebusses konnte uns schließlich aus der Patsche helfen und war so gnädig unser Geld zu wechseln.

Noch ein kleiner Tipp: Die Busfahrer in der Gegend sind alles andere als gelassen. Es wird meist mit Vollgas auf die Haltestelle zugehalten, so spät wie möglich gebremst und mit durchgetretenem Gaspedal losgefahren. Wer also aus dem Flughafengebäude kommt und seinen Bus nahen sieht lässt sich besser Zeit und nimmt den nächsten. Den Fahrern ist es entweder Scheißegal oder es fällt ihnen gar nicht auf ob das halbe Gepäck noch draußen steht oder nicht und der Zeitraum zum Einsteigen ist schon nicht großzügig bemessen wenn man schon Gewehr bei Fuß vor dem Bus steht.

Wir deutschen sind ziemlich verwöhnt was Straßen und öffentliche Verkehrsmittel angeht. Schaut's dann mal etwas schmutzig oder zerlumpt aus wähnen wir uns gleich auf dem Weg zum Status eines Landes der dritten Welt. Nach einem Besuch in Amerika weiß man allerdings, dass Deutschland nicht auf diesem Weg ist, und wenn dann kommen die Amis da weit vor uns an (in der dritten Welt). Das war unser erster Eindruck auf dem Weg zum Bahnhof und der sollte auch in den folgenden Tagen immer wieder bestätigt werden.

Bei den Weißen im Großraum New York scheint übrigens Busfahren nicht sonderlich beliebt zu sein, wir waren zumindest die einzigen "Weißbrote" in einem ziemlich vollen Bus. An der Newark Penn Station angekommen erstanden wir eine Karte für die Zuglinie PATH (Red Line) zum World Trade Center von wo aus es mit der Subway (E Line) weiter bis Queens Plaza ging.

Der Queens Plaza war dann auch gleich der nächste Schock für uns. Verkehrsknotenpunkt der der Plaza nun mal ist geht es dort drunter und drüber, im wahrsten Sinne des Wortes. Zuunterst mehrere Straßen die aufeinander treffen, darüber verschiedene Ebenen der U-Bahn. Überall rattert, scheppert und hupt es. Der Lärm ist einfach unglaublich wenn eine U-Bahn über die Stahlkonstruktion der Hochtrasse rumpelt. Auf der nächsten Seite gibt es ein Bild dieser abenteuerlichen Konstruktionen zu sehen.

Unser Quartier befand sich so weit außerhalb, dass es nicht mehr auf unseren Straßenkarten zu finden war. Beim Online-Kartendienst unseres Vertrauens sah die Strecke U-Bahn - Hotel aber so simpel aus, dass wir uns mal wieder auf einen Ausdruck des Kartengebiets verlassen haben. Wie schon in Rom standen wir auch diesmal wieder am Ausgang der U-Bahn und waren uns nach einem Blick auf unser Kartenmaterial sicher, dass der Kartenausschnitt einer völlig anderen Stadt entstammen muss. Nach einigen Richtungs- und Fahrbahnseitenwechseln wies uns ein Wachmann den Weg zu unserem Hotel.

Die Entfernung zum Hotel (La Quinta Inn Queens) verhielt sich dann auch noch umgekehrt proportional zu unserer ursprünglichen Schätzung. Dies lag allerdings weniger an der tatsächlichen Entfernung als mehr an unserem Gemütszustand. Die Gegend in der wir uns befanden machte nicht gerade einen heimeligen Eindruck (man könnte auch sagen, dass wir am liebsten wieder Heim geflogen wären) und außerdem waren wir ziemlich K.O. von der Anreise. Jetzt im Nachhinein wissen wir natürlich, dass das Viertel vielleicht etwas heruntergekommen war, aber nicht wirklich gefährlich (tagsüber zumindest).

Je näher wir dem Hotel kamen umso besser wurde auch die Umgebung (allerdings nie richtig gut) und das Hotel war dann auch vollkommen in Ordnung für unsere Bedürfnisse. Am Abend sind wir in die Innenstadt gefahren um unseren New York Pass abzuholen. Hier ein Eindruck vom Times Square:

One Times Square

Der New York Pass hat sich für uns mehr als rentiert. Wir haben 130$ (ca. 95 Euro waren das damals) pro Person für die 3 Tage Version bezahlt. Wenn man bedenkt, dass nicht wenige Attraktionen schon für sich um die 30$ kosten ist der Preis schnell wieder drin (von weiteren Vorteilen ganz abgesehen). Für die Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hatten wir uns eine 7 Tages Karte gekauft (um die 30$).

Ich kann nicht mehr genau sagen, wo wir an welchem Abend genau essen waren. Wir hatten aber öfters das Vergnügen, bei Petes Grill, einem typisch amerikanischen Restaurant, verdammt leckere Burger zu futtern. Außerdem beehrten wir auch eine kleine Pizzeria in der Nähe... Aber dazu später mehr.