Türkei 2009

Beitragsseiten

28.08.2009 Ausflug nach Antalya

Die Durststrecke ist endlich vorbei, ab hier gibt es Bilder und das was man Allgemein unter einem Reisebericht versteht. Ich hoffe die vorhergehenden Seiten waren trotzdem unterhaltsam, meist ist es ja wirklich so: "Des einen Freud ist des anderen Leid".

Wir hatten den von Neckermann/Thomas Cook angebotenen halbtägigen Ausflug nach Antalya für 12 Euro pro Person gebucht. Um 7:45 Uhr wurden wir abgeholt und die ersten 30-40 Minuten verbrachten wir mit dem Einsammeln der restlichen Ausflügler. Auf der etwa einstündigen Fahrt nach Antalya erzählte uns der Reiseleiter einiges über die Geschichte der Türkei.

Unser erstes Ziel war der Schmuckhersteller bzw. -händler Tugra, hier sollte eine Besichtigung der Ausstellungsräume erfolgen. Nach einer kurzen Begrüßung und ein paar erklärenden Worten wurden wir in die geheiligten Hallen eingelassen. Eigentlich sollte das ganze nur eine Besichtigung sein artete dann aber doch in ein bedrängendes Verkaufsgespräch aus. Eine Weißgoldkette mit Brilliantanhänger für 2.000 Euro entsprach nicht so ganz unserer Kragenweite. Wir waren zunächst etwas verärgert, unser Ansprechpartner im Hotel erklärte uns jedoch später dass die Tour durch die Firma Tugra gesponsort wird. Wenn man das weis kann man den eineinhalbstündigen Aufenthalt ganz gut verkraften. Ein Tipp von uns: Die Ausstellung kurz ansehen, Sehenswert sind die Stücke und die kitschige Einrichtung auf jeden Fall, und sich dann zu einem kurzen Strandspaziergang entfernen. Man muss dabei nur den Verkäu... ähhh Berater den man evtl. zur Seite gestellt bekommt schnellst möglich abwimmeln. Wir hatten nach der Besichtigung noch etwas Zeit übrig und haben diese genutz um einen Blick auf den Nahe gelegenen Strand zu werfen.

Lara-Strand

Südländische Vegetation

Den nächsten Stop machten wir an dem Düden-Wasserfall (eigentlich Düden II, der Düden-Wasserfall liegt etwas weiter im Landesinneren). Der Anblick des über die Klippen in das klare türkisfarbene Meer herabstürzenden Wasserfalls war einfach herrlich. Laut unserem Reiseleiter muss der Anblick im Winter, wenn der Fluss mehr Wasser führt, noch atemberaubender sein. Ich denke die folgenden Fotos können unsere Eindrücke besser vermitteln.

Düden-Wasserfall und Bucht (Düden II)

Düden-Wasserfall (Düden II)

Ausflugsboot vor Gebirge

Nach der ausgiebigen Besichtigung des Wasserfalls ging es weiter in die Altstadt von Antalya. Am Atatürk-Denkmal bekamen wir noch eine kurze Einweisung von unserem Reiseführer und dann ging es auch schon Los mit unserer knapp 2-stündigen Altstadttour auf eigene Faust.

 

W i s s e n s w e r t

Antalya wurde wahrscheinlich um 150 v. Christus unter dem Namen Attaleia von König Attalos dem II. gegründet und war in der vorchristlichen Zeit ein bedeutender Hafen. Wie die restliche Türkei wurde auch diese Stadt im Laufe der Jahrhunderte von verschiedenen Völkern beherrscht, nach den Römern, Byzantinern und Seldschuken kamen im 14. Jahrhundert die Osmanen an die Macht. Antalya hat ein rasantes Bevölkerungswachstum hinter sich, von unter 20.000 Einwohnern in den 30ern des 20. Jahrhunderts auf etwa 1 Million in der heutigen Zeit. Atatürk bezeichnete Antalya als schönste Stadt der Türkei und die Altstadt kann sich trotz der Bevölkerungsexplosion bis heute sehen lassen (was man von der restlichen Stadt nicht ohne weiteres behaupten kann). Das Wahrzeichen, das Yivli-Minare (kanneliertes Minarett), wurde um 1230 erbaut.

 

Blick auf Yachthafen und Altstadt

Antalya Altstadt und Meer

Nachdem wir uns an dem Anblick von Yachthafen, Altstadt und Yivli-Minare satt gesehen und genug fotografiert hatten (apropos Fotos: in unserer Bildergallerie gibt es wie immer mehr davon!) machten wir uns auf den Weg zum Hadrianstor. Zur Info: In türkischen Straßennamen findet sich meist das Kürzel Cd. (Caddesi) für Straßen oder Sk. (Sokak) für Gassen. Über die Cumhuriyet Caddesi (Straße direkt am Atatürk-Denkmal), auf dem Weg konnten wir das kannelierte Minarett auch noch von der Rückseite begutachten, ging es rechts auf die Atatürk Caddesi wo wir nach ca. 200 Metern das Hadrians-Tor auf der rechten Seite entdeckten.

kanneliertes Minarett (Yivli-Minare)

Hadrianstor

Das Hadrianstor wurde Aufgrund eines Besuchs Hadrians im Jahre 130 erbaut und dem römischen Kaiser gewidmet. Es wurde 1959 restauriert und unter der Glasbrücke, über die man durch das Tor gehen kann, sind noch die Originalsteine zu sehen. Direkt hinter dem Tor ging die Altstadt los und dort haben wir auch mit unserer Tour weiter gemacht. Erst ging es durch namenlose Gässchen, vorbei an verschiedensten Geschäften und Händlern bis wir schließlich auf der Hesapçi Sokak landeten. Die Altstadt war einfach herrlich, alles war schön grün, die Häuser meist liebevoll renoviert und es war entspannend ruhig. Zu einem großen Teil waren in den antiken Häusern kleine Pensionen, Cafes, oft auch mit Garten und kleinem Pool, und kleine Läden untergebracht. Auf dem Weg durch die Hesapçi Sokak bekamen wir zuerst das Abgeschnittene Minarett (Kesik Minare) und wenig später eine antike Ruine zu sehen.

abgeschnittenes Minarett (Kesik-Minare).

Altstadtgasse

Am Ende der Gasse gelangten wir schließlich an einen schönen Park von dem man einen herrlichen Blick aufs Meer hatte. Wir haben uns im Schatten auf eine Bank gesetzt, etwas gegessen und getrunken und den Ausblick genossen. Hier hätten wir auch gerne mehr Zeit verbracht aber da wir bald schon wieder am Bus sein mussten machten wir uns gleich wieder auf den Weg aus der Altstadt in Richtung  Einkaufspassage.

Blick über den Park aufs Meer

Alter Turm

Blick über die Klippe aufs Meer

Nachdem wir uns mit ein paar türkischen Leckereien versorgt hatten und durch die Passagen gebummelt sind war unsere Zeit auch schon wieder um und wir mussten zum Bus. In Antalya soll man angeblich günstiger Einkaufen können als z.B. in Side, weil dort einfach weniger Touristen unterwegs sind. Aber die Verkäufer sind ja nicht dumm und da es meist keine Preisschilder an den Waren gibt wird es wohl so sein dass man auch in Antalya eher Touristenpreise zahlt. Wenn man also Zeit hat sollte man ruhig die Preise vergleichen, ich hab mich im Eifer des Gefechts zumindest übers Ohr hauen lassen und habe für Süßigkeiten 1 Euro mehr pro 100 Gramm bezahlt als es in einem anderen Laden gekostet hätte.

Wir hätten gerne noch mehr Zeit in Antalya verbracht aber bei solchen Ausflügen muss man sich natürlich nach den vorgegebenen Zeiten richten. Der Ausflug war auf jeden Fall sehr schön und wir konnten auch in 2 Stunden einen guten Eindruck von der Stadt gewinnen. Es hätte auch einen Ganztagesausflug nach Antalya gegeben, bei dem wäre allerdings der Aufenthalt auch nicht länger ausgefallen. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Ausflügen bestand in dem Besuch einer Ledermanufaktur bei der längeren Veranstaltung (was wir uns gerne gespart haben).