Türkei 2009

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22.08.2009 Anreise

Gepackt hatten wir schon am Vortag und die Wohnung sah eigentlich auch schon reisefertig aus, wir mussten uns also keinen Stress machen um pünktlich gegen halb zwölf das Haus zu verlassen. Irgendwie verging die Zeit dann aber doch schneller als gewünscht und die letzten Tätigkeiten wurden in aller Eile verrichtet. Dabei hatte eine meiner letzten Handlungen noch weitreichende Folgen, ich habe unsere Geschirrspülmaschine ausgesteckt, dazu aber mehr am Ende des Berichts (freut euch schon mal). Nicht ganz pünktlich, aber noch im Rahmen, verließen wir um 11:45 Uhr unsere Wohnung und machten uns auf den Weg zur U2.

Der erste Zug fuhr uns direkt vor der Nase weg, was aber nicht so schlimm war, 7 Minuten später saßen wir in der nächsten Bahn auf dem Weg zur Hauptwache. Dort sind wir dann, mittlerweile obligatorisch, erst einmal zum richtigen Bahnsteig hinab gestiegen. 'Ist doch gut' wird man sich jetzt denken, gleich auf Anhieb richtig gewesen, allerdings waren wir uns der Richtigkeit unseres Tuns nicht bewusst und dachten wir seien am falschen Gleis gelandet. Also gingen wir wieder hoch zur Hauptwache um die nächsten Treppen zur (falschen) S-Bahn hinab zu steigen. Nach einigem Suchen und einer Nachfrage bei einem Security landeten wir schließlich wieder auf dem richtigen Bahnsteig und konnten ein paar Minuten später zum Flughafen fahren. Beim nächsten Flug machen wir es richtig, ganz bestimmt.

Den Check-In (Condor DE-6088, Abflug 14:45 Uhr) konnten wir, trotz langer Schlange, schnell hinter uns bringen. Da wir unsere Reise über Thomas Cook gebucht hatten waren unsere Sitzplätze bereits im Voraus reserviert.

Nachdem wir mit einer halben Stunde Verspätung an Bord waren und unsere Sitplätze eingenommen hatten, begann eine 3 1/2-stündige "Warteorgie" im Flugzeug. Den Anfang der Verkettung unglücklicher Umstände machte eine "kurze" Verzögerung weil Gepäckstücke von Gästen, die bereits eIngecheckt hatten, den Flug aber nicht antreten konnten, wieder ausgeladen werden mussten. Da die Herrschaften mit die ersten waren, die ihre Koffer aufgegeben hatten, musste der Frachtraum natürlich komplett entleert werden. Beim darauf folgenden Schließen der Gepäckluke ist ein Hilfsmotor kaputt gegangen (Glied Nr. 2 in der Kette). Dieser Motor musste aus sicherheitstechnischen Gründen überprüft bzw. repariert werden. Anscheinend war das schon zu viel für einen Gast, es wurde nach einem Arzt an Bord gesucht und ca. 15 Minuten später wurde durchgesagt, dass der Gast und 2 Mitreisende den Flug nicht antreten werden. Wie gut das der/die Arme die weiteren Stunden nicht miterleben musste. Der Pilot kündigte mehrmals den Abflug in 10-15 Minuten an und entschuldigte sich für die unangenehmen Umstände und nach einiger Zeit sah es tatsächlich so aus, als würden wir endlich los fliegen.

Es sah allerdings nur so aus. Auf dem Weg zur Startbahn, wir waren schon kurz davor, wurden wir informiert, dass das Sicherheitssystem des Flugzeugs eine Fehlermeldung anzeigt und wir wieder in Parkposition gehen müssten. Den genauen weiteren Ablauf der Geschehnisse habe ich schon verdrängt, aber das ganze lief in etwa wie folgt ab: Zunächst war der Pilot noch guter Dinge und sprach von einer Routineüberprüfung, in 10-15 Minuten sollte es weiter gehen. Nachdem zunächst 1 Fahrzeug von Condor vor dem Flugzeug stand und im Laufe der nächsten 30 Minuten noch 3 weitere dazu kamen wurde jedem klar, dass die geschätzten 15 Minuten wohl ein klein wenig zu optimistisch waren. Während der Reparatur musste das Stromnetz des Flugzeuges still gelegt werden. Für eine dreiviertel Stunde lief keine Klimaanlage und die Temperatur im Flugzeug stieg mit jeder Minute an. Die Flugbegleiterinnen öffneten zwar die Türen, dies sorgte jedoch nur für eine kleine Abfrischung direkt in der Nähe der Eingänge. Nach einiger Zeit bekamen die ersten Passagiere Probleme mit dem Kreislauf, vor den Öffnungen standen die Leute Schlange um ein bisschen Luft zu schnappen. Die Notfälle wurden mit etwas Mineralwasser und Cola versorgt, die restlichen Gäste bekamen während der kompletten Wartezeit nur 1 kleines Getränk! Irgendwann war schließlich auch dieser Fehler behoben und der Pilot versprach zum x-ten mal den Abflug für die nächsten 10-15 Minuten. Glauben konnte das keiner mehr und als wir schließlich nach dreieinhalb Stunden des Wartens zur Startbahn rollten klatschten sämtliche Reisende Applaus.

Nachdem wir unsere Reisehöhe erreicht hatten wurden Getränke verteilt und bekannt gemacht dass auf dem Flug auch alle alkoholischen Getränke frei sind. Von dem Essen waren wir positiv überrascht, wenn man über Thomas Cook bucht bekommt man ein Premium-Menü vorgesetzt. Das Menü war wesentlich üppiger als die Standardausführungen und es hat wirklich gut geschmeckt. Auf dem weiteren Flug gab es keine besonderen Vorkomnisse und die Passkontrolle am Flughafen brachten wir auch schnell hinter uns.

Es wäre natürlich schön gewesen wenn unsere Pechsträhne an diesem Tag mit der Verspätung in Frankfurt zu Ende gewesen wäre. Wäre! War sie aber nicht. Unser Koffer war an 2 Seiten aufgerissen und an einer Seite klaffte er richtig auf, vermutlich wurden die Gepäckstücke bei der Koffersuche in Frankfurt sehr unsanft behandelt. Das Glück im Unglück war, dass wir unseren Koffer dieses mal mit 2 Kofferbändern gesichert hatten, eines um die lange Seite und eines um die kurze. Das Innenfutter war Gott sei Dank noch heil, so dass nichts aus dem Koffer gequollen ist.

Um 00:30 Uhr sind wir schließlich am Hotel angekommen und eine gute viertel Stunde später waren wir auf unserem Zimmer. Wir haben den Koffer abgestellt, haben uns gewaschen, sind ins Bett gefallen und haben geschlafen. Vergesst es, träumt weiter. Unsere Odyssee war noch nicht zu Ende. Im Zimmer herrschte eine Bullenhitze und die Klimaanlage hat geklappert. Außerdem hätte man das was aus der Klimaanlage raus kam wahrscheinlich zu allem benutzen können, aber nicht um ein Zimmer, in dem geschätzte 35° herrschten, zu kühlen. Nach einer kurzen Tour durch das Hotel, wir wollten eigentlich noch einen Happen am Mitternachtsbuffet zu uns nehmen, das hatte aber schon zu, gingen wir wieder aufs Zimmer und bestellten uns beim Roomservice ein Frustessen (Pommes und Ceasars-Salad :-)). Nachdem wir etwas runter gekommen sind, wir waren beide hundemüde, stellte ich die Klimaanlage auf die kleinste Lüfterstufe, damit das Klappern nicht so nervig war, und wir legten uns schlafen.

Wir versuchten vergeblich einzuschlafen, es war unglaublich drückend und die Klima lärmte ohne überhaupt einen Nutzen zu haben. Nach 30 Minuten habe ich das ver***** Teil komplett ausgeschaltet und nach weiteren 30 Minuten habe ich, wider besseres wissen, die Balkontür aufgerissen. Ein Lufthauch drang in das Zimmer und nach 10 Minuten war es schon ein bisschen kühler. Meine Frau hätte sich allerdings am liebsten überall geschubbert, weil sie total von Stechmücken zerstochen war. Die Tür habe ich also wieder zu gemacht und bin auf Schnackenjagd gegangen (es war übrigens mittlerweile kurz vor 4 Uhr). Schlußendlich haben wir das plärrende Ding auf volle Pulle gestellt und konnten dann trotz Lärm und nur unwesentlich geringerer Hitze auch etwas mehr als 1 Stunde geschlafen.