Rom 2010

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10.07.2010 Vatikanische Museen

Der Einstieg zu diesem Kapitel unserer Reise fällt mir wirklich schwer. Nicht weil es nichts zu schreiben gäbe, nein, das Gegenteil ist der Fall. Eines kann ich aber schon mal sagen, nachdem man die Vatikanischen Museen besichtigt hat (also wirklich besichtigt und nicht nur durchgerannt um zur Sixtinischen Kapelle zu gelangen, aber dazu später mehr) ist man fast etwas betäubt von den vielen Eindrücken die während der Tour auf einen wirken.

Die ersten Räume in den Museen erlebt man wie in einer Viehherde die zur Schlachtbank getrieben wird. Man hat leider keine Möglichkeit stehen zu bleiben und die Exponate in Ruhe zu betrachten, das fanden wir etwas schade. Allerdings könnte man, selbst wenn es keine Aufpasser gäbe die einen zum Weitergehen auffordern, beim besten Willen nicht von "in Ruhe" sprechen, die Besuchermengen in den Museen sind nämlich wirklich extrem. Wir haben trotzdem versucht das ein oder andere Kunstwerk auf uns wirken zu lassen.

In den Museen durfte übrigens fotografiert werden. Unglaublich aber wahr. In Deutschland und anderen Ländern wird sich in jedem noch so kleinen und unbedeutenden Museum ins Hemd gemacht wegen der Fotografiererei und in einem der größten und best ausgestatteten Museenkomplex der Welt ist es erlaubt. Respekt!

Aber genug der vielen Worte. Voilà...

Vatikanische Museen - Perseus mit dem Haupt der Medusa

Vatikanische Museen - Laokoon-Gruppe

Vatikanische Museen - Bodenmosaik aus den Otricoli-Thermen im Sala Rotonda

 

 

W i s s e n s w e r t :  V a t i k a n i s c h e  M u s e e n

Die Vatikanischen Museen befinden sich auf dem Territorium der Vatikanstadt und es handelt sich dabei um mehrere Museen und Sammlungen. Die Museen haben dabei nicht nur eine der größten und wichtigsten Sammlungen der Welt zu bieten sondern sind auch noch in Räumen untergebracht die, hinsichtlich ihrer Bemalungen und Verzierungen, selbst als Kunstwerke durchgehen.

 

 

Vatikanische Museen - Stanzen des Raffael - Der Borgobrand (Stanza dell'incendio di Borgo)

Vatikanische Museen - So ziemlich alles was bemalt und verziert werden konnte war es auch - im kompletten Museum!

Wie bereits kurz erwähnt trennte sich nach rund der Hälfte des Museenrundgangs die Spreu vom Weizen. Sprich: Die Schar der Besucher die nur die sixtinische Kapelle sehen wollten von den wenigen die wirklich genug Zeit mitgebracht hatten um die Museen in ihrem vollen Ausmaß geniessen zu können. Das war aber dann auch wirklich angenehm, wir waren echt froh um die vielen Menschen die versuchten Rom und Vatikanstadt innerhalb von zwei Tagen zu besichtigen. In den ruhigeren Bereichen gab es dann auch keine Wächter mehr die einen weitergescheucht haben wenn man stehen geblieben ist.

Die Highlights der Vatikanischen Museen waren für uns: die Laokoon-Gruppe, die Stanzen des Raffael, das Bodenmosaik aus den Otricoli-Thermen, die Galleria delle Carte Geografiche (eine Sammlung historischer Landkarten) und natürlich die Sixtinische Kapelle mit all ihren Kunstwerken.

Apropos Sixtinische Kapelle: Atemberaubend, ehrfurchteinflößend, eine Gänsehaut schaffend und voll gestopft bis unters Dach :-) In der Sixtinischen Kapelle darf man übrigens nicht fotografieren (eines der wenigen Gebäude bzw. Kunstwerke bei denen dieses Verbot auch wirklich sinnvoll ist).

 

 

W i s s e n s w e r t :  S i x t i n i s c h e  K a p e l l e

Die Capella Sistina wie sie auf italienisch heißt ist nicht nur ein Gesamtkunstwerk sondern in ihr wird auch, bei Bedarf, der neue Papst gewählt (das sogenannte Konklave). Die Decke wurde komplett und von den Wänden wurde die Altarwand von Michelangelo bemalt. Die Erschaffung Adams (an der Decke zu finden) stellt dabei Michelangelos wohl bekanntestes Werk dar. Es wird übrigens vermutet dass Michelangelo die Gemälde komplett ohne weitere (malerische) Hilfe erschaffen hat.

 

 

Den würdigen Abschluß unseres Besuchs der Vatikanischen Museen bildete die Spiraltreppe im Ausgangsbereich. Für diesen Tag hatten wir auf jeden Fall genug gesehen, wir fühlten uns fast schon etwas abgestumpft und überfüllt mit Eindrücken.

Der krönende Abschluß einer Besichtigung der Vatikanischen Museen

Den Abend haben wir in einem asiatischen Restaurant, in dem wir aber italienisch gegessen haben, ausklingen lassen. Das Essen war nicht so besonders (was haben wir auch erwartet wenn man so einen Mist macht) aber der Hunger ist ja bekanntlich der Beste Koch :-) Im Hotel haben wir dann noch den nächsten Tag (Kolosseum und Forum Romanum) überdacht und sind voller Vorfreude ins Bett.