Rom 2010

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11.07.2010 Palatin

Unseren Weg zum Palatin begannen wir mit einer Rast im Schatten der dort vorhandenen Bäume :-). Nachdem wir uns abgekühlt und die Kraftreserven wieder etwas aufgefüllt hatten vollendeten wir den Aufstieg auf den Monte Palatino. Die Farnesischen Gärten, hier kamen wir an, haben wir uns als erstes angesehen und neben dem Farnesischen Belvedere war hier besonders die Pflanzenwelt sehr sehenswert (aber das ist sie für mich im Süden immer). Die Gärten befinden sich übrigens auf dem Gebiet des Domus Tiberiana (Palast des Tiberius) und fügten sich nahtlos in die Ruinenwelt des Palatin ein.

Eine herrliche Aussicht auf das Forum Romanum, den kapitolinischen Hügel und das Kolosseum genossen wir anschließend von der Aussichtsplattform am Rande des Domus Tiberiana (siehe die letzten drei Bilder im Kapitel 11.07.2010 Forum Romanum). Aber nicht nur die Sicht auf das historische Rom war ausgezeichnet, auch der Blick auf bewohnte Gegenden war bemerkenswert:

Schönes römisches Wohngebiet

Die Navigation durch das Forum Romanum war übrigens extrem einfach, im Endeffekt gab es nämlich nur eine Straße, die Via Sacra, die komplett durch das Areal führte. Für den Palatin konnten wir das nicht behaupten. Das Gelände war um einiges größer und es gab wesentlich mehr Wege und Pfade um durch die Stätten zu wandern. Deshalb standen wir dann auch öfters am Wegesrand und versuchten die Ruinen und die Wege mit der Karte und den Zeichnungen in unserem Reiseführer in Einklang zu bringen. Letztendlich haben wir es aber geschafft alles zu erkunden, auch wenn wir dabei bestimmt ein, zwei Mal im Kreis gelaufen sind.

Wenn das Forum Romanum zur Selbstbeweihräucherung gedacht war, hier liessen sich die Oberen vom Pöbel feiern, dann war der Palatin eindeutig der Wohn- und Rückzugsort der Elite :-)

Palatin - Die Ruinen der Domus Flavia

Palatin - Wandputz mit Ornamenten im Kryptoportikus

Palatin - Domus Augustana - Säulenhof mit Brunnenanlage

Die Gebäude der Domus Augustana, des Wohnhauses des Kaisers, waren neben dem Hippodrom am Besten erhalten (siehe Bild über diesem Text). Der Rest der parkähnlichen Anlage bestand entweder aus Mauerresten, die die Form der Gebäude erahnen liessen, oder aus kleineren Gebäuden die teilweise auch sehr gut erhalten bzw. restauriert waren. Vom Circus Maximus, auf den man von der Domus Augustana einen guten Blick hatte, ist die ovale Form das einzige was auf die frühere Nutzung schließen lies, Steinreste oder gar Mauern gab es dort keine mehr auszumachen (zumindest nicht aus der Ferne).

 

W i s s e n s w e r t :  P a l a t i n

Der Monte Palatino gilt von den sieben Hügeln Roms als ältester bewohnter Teil, bereits im 10. Jahrhundert vor Christus fanden sich hier menschliche Siedlungen. Der Sage nach ist der Palatin der Gründungsort der Stadt Rom. Zum Ende des 2. Jahrhunderts vor Christus entwickelte sich der Hügel zum Wohnort für wohlhabende Römer. Im November 2007 fanden italienische Archäologen in den Tiefen des Palatin eine mit Muscheln und Marmor ausgeschmückte Höhle. Man geht davon aus, dass es sich bei der Höhle um das Lupercal, die Höhle in der Romolus und Remus von der Wölfin gesäugt wurden und eine der wichtigsten Kultstätten des alten Roms, handeln könnte.

 

 

Palatin - Außenmauern und Circus Maximus

Das Hippodrom war übrigens keine Pferderennbahn, die hießen auf lateinisch Circus (wie z.B. der Circus Maximus), sondern eine Gartenanlage mit Brunnen und Plastiken.

Palatin - Kaiserloge im Hippodrom

Mit der Besichtigung des Hippodroms beendeten wir dann auch unsere Palatintour. Wir waren rechtschaffen müde und auch wenn der Palatin generell begrünter als das Forum Romanum oder die Via dei Fori Imperiali war hatten wir an diesem Tag mehr als genug Sonne abbekommen. Der Weg vom Hügel herab war (und ist es sicherlich auch noch) links und rechts von herrliche blühenden Büschen gesäumt. Unten angekommen rasteten wir noch kurz auf einer Bank im Schatten der Büsche, knippsten noch ein paar Bilder vom Kolosseum und machten uns schließlich auf den Weg ins Hotel.

Dort angekommen bewunderten wir die schöne Farbe die unsere Beine an diesem Tag bekommen haben. Allerdings mussten wir nach dem Ausziehen unserer Schuhe feststellen, dass wir nicht braun geworden sind sondern nur eine rötlich-braune Patina vom Staub abbekommen haben :-) Als mangiare gab es Abends eine Pizza aufs Zimmer, zu mehr waren wir nicht mehr fähig.