Rom 2010

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08.07.2010 Anreise

Um 16:45 Uhr flogen wir mit Lufthansa-Flug LH3848 von Frankfurt nach Rom Leonardo Da Vinci. Der Flug war unspektakulär und wir landeten pünktlich am Flughafen Fiumicino (Aeroporto Leonardo Da Vinci). Um vom Aeroporto in die Stadt zu kommen greift man am besten auf die Bahn zurück. Die Verbindung zum Hautpbahnhof Termini wird vom Leonardo Express bedient - Non-Stop. Für ein Ticket werden 14-15 Euro pro Person (Stand Juli 2011) fällig, je nachdem ob man es am Schalter oder Automaten erwirbt. Wir mussten allerdings nicht in die Innenstadt sondern in den Stadtteil Tuscolana. Auf dieser Strecke verkehrte der FR1, eine Art Regionalzug der unter anderem die Stadtteile Trastevere, Ostiense, Tuscolana und Tiburtina anfährt. Mit insgesamt 17 Euro waren wir dann auch im FR1 wesentlich günstiger unterwegs. Ein kleiner Tipp: Wenn man das Ticket am Schalter an den Gleisen kauft zahlt man einen kleinen Aufpreis, man spart sich allerdings den Stress sich mit einem Automatensystem beschäftigen zu müssen das man evtl. nicht versteht.

Der Anblick unseres lieben Regionalzuges hat uns erst mal einen kleinen Schock versetzt. Die Außenhaut total abgewrackt, die Scheiben verkratzt und alles mit Grafittis beschmiert, so stand das Teil im Bahnhof vor uns. Die Inneneinrichtung war allerdings ok und da wir relativ früh dran waren bekamen wir auch noch Sitzplätze. Bei der Zugfahrt gab es viel zu sehen, zuerst ländliches Gebiet, dann Industrieanlagen und schließlich die Wohngebäude der Stadt. Am Bahnhof Roma Tuscolana angekommen stand uns ein kleiner Fussmarsch zur Metro-Station Ponte Lungo bevor.

Bei den Recherchen zur Reisevorbereitun, irgendwo in den tiefen des Internets, habe ich aufgeschnappt, dass es verboten sein soll in der römischen U-Bahn mehr als ein Gepäckstück pro Person zu transportieren. So standen wir also mit diesem gefährlichen Wissen bewaffnet in der Metro-Station und grübelten ob wir nun eine "Straftat" begehen wollen oder ob wir einfach ein weiteres Ticket für unser "Übergepäck" ziehen sollen. Uns ging es weniger um das Geld, U-Bahn fahren in Rom ist wirklich nicht teuer, sondern mehr ums Prinzip. Nach langem hin und her haben wir dann einen Bahnangestellten aus seinem Wachhäuschen geklopft und nachgefragt: Unsinn, es gibt keine Beschränkung bei den Gepäckstücken!

An der Haltestelle Numidio Quadrato war unsere Reise erst einmal zu Ende. Zu unserem Hotel waren es nur noch wenige Meter und schlau wie ich bin habe ich mir zu Hause bei Google Maps eine Umgebungskarte ausgedruckt (unser Reiseführer hatte nur eine Straßenkarte für die Innenstadt). Nur leider nützt die beste Vorbereitung nichts wenn zum Schluß die entscheidenden Informationen fehlen, auf der Karte waren nämlich bei weitem nicht alle Straßennamen eingedruckt! So standen wir also da mit unserer Karte und sind von Straßenseite zu Straßenseite gelaufen, in der Hoffnung auf einen Straßennamen zu treffen der zufällig auch in unserer Karte stand. Wir hätten aber auch in Hamburg oder Berlin sein können, der Ausdruck hätte uns dort ähnlich gute Dienste geleistet :-)

Wie bereits weiter oben erwähnt haben wir bei den Reisevorbereitungen teils schreckliches über Rom gelesen. Meiner Meinung nach ist das alles übertrieben, Rom ist auch nicht anders wie andere Großstädte. Geklaut wird überall und wer aufpasst wird meist auch nicht beklaut, aber dazu im Laufe des Reiseberichts mehr. Und wieso komme ich genau jetzt auf dieses Thema zu sprechen? Weil die Römer furchtbar hilfsbereit und nett sind, nicht mürrisch und touristenhassend wie das oft dargestellt wird!

So standen wir also da mit unserem nutzlosen Zettel und entschlossen uns einen Einheimischen nach dem Weg zu fragen. Der Mann den wir erwischten war gerade auf dem Weg zum Sport-Training und sprach kein Wort Englisch. Nach einigem Kauderwelsch den keiner von uns dreien verstand bedeutete er uns mit der Hand ihm zu folgen und führte uns direkt bis vors Hotel. Solche Szenen durften wir noch öfters während unserer Reise erleben, ich kann mir echt nicht erklären wie dieser schlechte Ruf zustande kam. Wahrscheinlich kommt das auch darauf an wie man auf die Menschen zu geht und wie man sich verhält in einem Land in dem man Gast ist.

Das Hotel (City Guest House) entsprach dann auch voll und ganz unseren Erwartungen, einem angenehmen Aufenthalt stand also nichts mehr im Wege. Um schon mal einen Vorgeschmack auf die folgenden Seiten zu bieten schließe ich diesen Tag mit einem Bild aus dem Petersdom ab.

 Lichtstrahlen fallen ins Hauptschiff des Petersdoms