Neuseeland 2013 - Nordinsel

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14.03.2013 Waitangi Treaty Grounds

Am morgen mussten wir das erste mal unseren Camper entleeren und wieder mit frischem Wasser befüllen. Das dreckige Wasser wird in Neuseeland (und wahrscheinlich in vielen weiteren Ländern) in zwei Kategorien eingeteilt, „graues Wasser" und „schwarzes Wasser". Graues Wasser ist das Abwasser aus der Spüle. Was schwarz ist könnt ihr euch ja denken ;-) Nachdem der Camper soweit war haben wir noch bei einem Supermarkt gehalten um für unser leibliches Wohl zu sorgen.

Wir wollten nun endlich die Waitangi Treaty Grounds besichtigen. Nach dem Parken ging es zum Eingang, wo ein Maori auf der Gitarre unseren Eintritt begleitete. Drinnen gab es eine Überraschung. Wir dachten, die Treaty Grounds seien kostenfrei. Im Endeffekt ist das ja nichts anderes als ein Stück Land auf dem zwei Häuser stehen, eines der Briten, eines der Maori, und ein traditionelles Maori Boot, das war's. Natürlich wollten wir das sehen, ist ja schließlich die Wiege Neuseelands. Aber als die Kassiererin für zwei Personen 50 NZD verlangte, hat es uns doch fast aus den Socken gehauen. Da hatten wir es, unser erstes Preis-/Leistungserlebnis in Neuseeland (viele weitere werden Folgen, siehe dazu auch ...). Bitte nicht falsch verstehen, es ist uns bewusst, dass der Erhalt von historischen Stätten Geld kostet, aber das Verhältnis sollte schon passen.

Das Waka (Maori für Boot, Kanu) war richtig beeindruckend, riesig, platz für 50 Mann, und sehr schön verziert mit Schnitzereien. Das Boot, so wie nahezu alle Maori Boote, wurde aus einem Kauri-Baum hergestellt. Kauri-Bäume sind riesig (werden gut und gerne 30 m hoch) und zeichnen sich durch einen extrem geraden Wuchs aus. Das prädestiniert sie natürlich für den Bootsbau. Sehr zu ihrem Leidwesen. Kauris wachsen sehr langsam und nur im Norden der Nordinsel, sind sehr empfindlich und inzwischen fast vom Aussterben bedroht, weil sie lange Zeit gefällt und exportiert wurden.

 

Waitangi Treaty Grounds, Schnitzereien an einem Maori Waka

 

Waitangi Treaty Grounds, Maori Waka

 

Waitangi Treaty Grounds, geschnitzte Maori Figuren

 

Das britische Haus fanden wir nicht so interessant, Möbel und Einrichtungsgegenstände des Commonwealth des 18. Jahrhunderts sind einfach nicht so unser Ding. Da waren wir auf das Maori-Versammlungshaus schon gespannter. Darauf mussten wir aber noch warten, es fand nämlich gerade eine Veranstaltung statt für die man uns noch mal einige NZD aus der Tasche hätte ziehen wollen. Die dargebotene Maori-Musik konnten wir allerdings auch von außen hören und derweil sind wir eine Runde auf dem weitläufigen Gelände spazieren gegangen. Nachdem wir dann noch kurz mit einer Einheimischen geredet haben, die Kiwis erwarten dringend Regen (es hat schon seit 5 Monaten nicht mehr geregnet), kamen die Leute auch schon aus dem Haus geströmt und wir konnten noch ein paar Maori-Krieger und –Frauen in Originalbekleidung ablichten. Das Versammlungshaus entsprach voll unseren Erwartungen. Te Whare Runanga wie das Haus auf Maori heißt war komplett aus Holz und alles war mit Schnitzereien verziert, wirklich ein sehr schöner Anblick.

 

Waitangi Treaty Grounds, Waitangi House

 

Waitangi Treaty Grounds, Maori Versammlungshaus

 

Waitangi Treaty Grounds, Innenraum des Maori Versammlungshauses

 

Waitangi Treaty Grounds, Fratze im Maori Versammlungshaus

Damit war unser Ausflug auch schon wieder vorbei und wir sind durch den Urwald Richtung Parkplatz gelaufen.