Neuseeland 2013 - Nordinsel

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13.03.2013 Russel Road

Irgendwann in der Nacht scheint noch jemand zu uns gestoßen zu sein, zumindest stand am Morgen ein weiteres Auto am Strand. So könnte jeder Morgen beginnen: Meeresrauschen im Ohr und wenn man die Vorhänge zur Seite zieht ein Blick auf den einsamen Strand und das Meer. Hier unsere Aussicht direkt nach dem Aufwachen:

Woolleys Bay am Morgen. Ausser uns hat noch ein Auto in der Bay übernachtet.

Zum Frühstück gab es Kaffee aus dem Plunger (erstaunlich lecker), Brötchen und Cornflakes, Seeluft macht hungrig. Als Zaungäste hatten wir zwei Möwen die um Brot gebettelt haben. Das war ziemlich unterhaltsam, die dominantere hat sich immer aufgeplustert und die andere verjagt. Wir haben der kleinen Möwe natürlich auch was zukommen lassen, wir halten gerne zu den benachteiligten Tierchen :-) So eine Szenerie beim Früchstück geniessen zu können war echt der Hammer. Damit die Leser auch was davon haben folgen der Strand in der Morgensonne und unsere fahrende Pension am einsamen Strand.

Strand der Woolleys Bay und angrenzender Wald in der Morgensonne

 

Unser Campervan ganz alleine in der Woolleys Bay

Nach dem Abwasch ging es wieder auf die Straße, mit der Bay of Islands als Ziel. Weit sind wir allerdings zunächst mal nicht gekommen, der Aussichtspunkt auf die Whale Bay war nur knapp einen Kilometer entfernt:

Ausblick vom Aussichtspunkt Whale Bay

Die erste Etappe unserer Reise sollte uns nach Russel führen, einem kleinen Örtchen an der Bay of Islands. Prinzipiell gab es zwei Möglichkeiten um ans Ziel zu gelangen: durchs Landesinnere über einen Highway oder über die Russel Road malerisch an der Küste entlang. Wir haben uns natürlich für die Küstenroute entschieden, man reist ja nicht so weit, um dann den unattraktiven einfachen Weg zu nehmen.

Habe ich eigentlich schon vom Zustand der Straßen in Neuseeland erzählt? Ich glaube nicht und selbst wenn, darf man das ruhig noch mal erwähnen. Die Highways außerhalb Aucklands sind einspurige, kurvige und teilweise löchrige Straßen, insgesamt aber in relativ gutem Zustand. Die Landstraßen wie die Russel Road sind nicht unbedingt in schlechterem Zustand aber sie sind wesentlich kurviger, hügeliger und enger als die Highways und als alles was man als deutscher Autofahrer so gewöhnt ist. Auf der knapp 3-stündigen Fahrt über die Russel Road war ich auf jeden Fall heilfroh, einen Automatik zu fahren.

Aber kommen wir zurück zu den angenehmen Dingen. Die Russel Road bietet wirklich atemberaubende Panoramen und man wird immer wieder dazu verleitet kleine, traumhafte Buchten anzufahren. Unser erster Halt war in der Helena Bay. Bilder können die Schönheit der Landschaft nur schwer wiederspiegeln, Worte vermögen es noch weniger:

Baumriese in der Helena Bay

 

Helena Bay, ohne Worte

 

Dunkler Sandstrand und türkisfarbenes Meer in der Helena Bay

Man hätte ohne weiteres einen kompletten Tag auf der Russel Road verbringen können. Da wir schon vorher gelesen hatten, dass man in Neuseeland ständig zum Anhalten und staunen verleitet wird und wir alles auf unserem Plan sehen wollten, haben wir uns am Riemen gerissen und sind nicht an jeder Ecke stehen geblieben (sondern nur an jeder zweiten).

Im ersten Drittel der Russel Road fährt man über Land und folgt dann der Küste. Wie bereits erwähnt hat man dabei immer wieder Gelegenheit die eine oder andere Bucht anzufahren. Das zweite Drittel entfernt sich etwas vom Meer, führt dabei aber sehr reizvoll durch Urwälder und hügelige Landschaft. Der letzte Abschnitt ist schließlich der atemberaubendste und führt direkt am Meer entlang. Der Blick die Steilküste entlang war wirklich unglaublich, als Fahrer muss man sich ganz schön zusammenreisen, um nicht zu viel zu schauen. Hier ein paar Eindrücke von der Steilküste:

Russel Road, Blick über die Steilküste

 

Steilküste an der Russel Road

 

Bucht an der Russel Road

Irgendwann sind wir tatsächlich in Russell angekommen. Ein typischer Touriort, nichts für uns. Angehalten haben wir nur schnell um zu Mittag zu essen und die Weiterfahrt zu planen. In der Bay of Islands wollten wir uns nicht weiter aufhalten, die Eindrücke und Ausblicke auf der Fahrt nach Russell waren mehr als ausreichend. Auch hier gab es wieder zwei Optionen um weiterzukommen. Entweder die komplette Bucht umrunden, was eine Strecke von 120 km bedeutet hätte, oder mit der Fähre von Okiato nach Opua fahren, was ca. 20 NZD gekostet hätte. Nach der Fahr-Erfahrung mit der Russel Road haben wir gerne die Fähre gewählt.