Neuseeland 2013 - Nordinsel

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12.03.2013 Richtung Bay of Islands

Bis halb sechs haben wir es noch dösend im Bett ausgehalten. Danach haben wir unsere Sachen wieder in die Koffer gepackt und sind zum Frühstück in die Lobby. International Breakfast für 15 NZD pro Person, bestehend aus Toastbrot, Muffins, Cornflakes, abgepackten Marmeladen, Saft und Kaffe. Sehr überschaubar. Aber sei's drum, wir waren hungrig wie die Wölfe, das Abendessen am Vorabend ist ja Jetlag bedingt ausgefallen.

Um 8 Uhr haben wir uns mit dem Hotelshuttle zurück zum Flughafen fahren lassen um von dort den Maui-Shuttle anzufordern. Bei Maui angekommen wurden wir vor einen tragbaren DVD-Player gesetzt und durften uns eine ca. 30 minütige Einführung in unser Heim auf 4 Rädern zu Gemüte führen. In Neuseeland ist es übrigens nicht vorgeschrieben eine Versicherung für sein Fahrzeug zu haben. Als übervorsichtige Deutsche sahen wir uns auch deshalb genötigt, neben unserem All-inklusive-Paket, in dem schon ziemlich viele Versicherungen beinhaltet waren, noch eine Versicherung abzuschließen die bezahlt wenn man einen Überschlag hin bekommt (ist in der "normalen" Versicherung nicht beinhaltet).

Dann war es auch schon so weit, wir durften unser mobiles Heim beziehen. Nach einer weiteren kurzen Einweisung, diesmal durch einen Menschen, deutschsprachig!, aus Fleisch und Blut, und der Stornierung der 10 Minuten zuvor gebuchten Markise (Sonnenschirm gibt es billiger im Supermarkt) hatten wir alles verstaut und ich saß auf dem Fahrersitz. Noch etwas zurückhaltend fuhren wir zu einer Filiale des neuseeländischen Automobilclubs, der Linksverkehr war sehr gewöhnungsbedürftig. Beim AANZ (so heißt der dortige Automobilclub) hatte man die Möglichkeit, eine kostenlose 6-monatige Mitgliedschaft als Urlauber abzuschließen, wenn man bereits Mitglied eines anderen Automobilclubs ist. Als treue ADAC-Anhänger haben wir uns diese Chance nicht entgehen lassen. Sicherheitsfanatiker und so… ;-)

Danach ging es zu Pak`n`Save, einer großen Supermarktkette, um eine Erstausstattung für unser Wohnmobil zu kaufen. Viele Waren in Neuseeland werden in gigantischen Größen angeboten, dort gab es z.B. 2,5 kg Wurst am Stück, 5 kg Zucker, eine Tüte Würstchen mit 1,8 kg, usw. usf. Generell gab es dort aber nichts was es bei uns nicht auch gäbe, nur die Marken, Mengen usw. variierte etwas. Insgesamt fanden wir die Supermärkte in Neuseeland (eigentlich nicht nur diese) sehr amerikanisch angehaucht. Die Preise haben uns teilweise vom Hocker gehauen, für unseren Ersteinkauf kam auf jeden Fall ein stolzes Sümmchen zusammen. Ein Erlebnis war dann der Gang zur Kasse. Während man am Band steht und seinen Wagen ausräumt räumt der Kassierer gleichzeitig einen leeren Wagen mit den eingescannten Artikeln ein, sehr praktisches und ansprechendes System.

Bei Mega und Warehouse (Baumärkte) besorgten wir noch ein paar Kleinigkeiten die wir vergessen hatten oder nicht mitnehmen durften, unter anderem auch ein Insektenspray, aber dazu später mehr (Reisebericht Südinsel).

In diesem Urlaub musste ich leider feststellen, dass ich es liebe die allgemeine Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen. Das erste Mal ist mir das auf dem Pak`n`Save Parkplatz passiert. Wir hatten den Camper voll geladen und saßen abfahrbereit im Font, ich habe den Motor angelassen, die Handbremse gelöst, den Gang eingelegt und wollte los fahren... Gellendes Hupen, ultralaut und anhaltend. Ich bin dann ruckartig auf die Bremse gestiegen und das Hupen war vorbei. Mit panischem Gesichtsausdruck habe ich mich umgesehen und den Schuldigen gesucht, allerdings nicht gefunden. Da alles in Ordnung schien probierte ich es erneut, mit dem selben Ergebnis. Ursache für diese lustige Einlage war die Handbremse, ich hatte sie nicht komplett gelockert und in Neuseeland (zumindest bei Campervans aus dem Hause Maui) hat das zur Folge, dass das Auto hupt. Dies ist mir  übrigens in diesem Urlaub noch ein paar mal passiert, was habe ich geflucht.

Vollständig ausgerüstet machten wir uns endlich auf den Weg Richtung Wangarai. Mit jedem Kilometer, den wir uns von Auckland entfernten wurde die Straße schmaler, kurviger und der Zustand schlechter. Ich war recht schnell froh, dass wir uns für ein Fahrzeug mit Automatik entschieden haben. Irgendwann stellte sich der Hunger zur Mittagszeit ein und wir beschlossen nach einem malerischen Plätzchen Ausschau zu halten. Zunächst sind wir eine halbe Stunde verwirrt im Kreis gefahren und haben uns Gegenseitig angekeift (Hallo Jetlag), dass Navi hat bei der Kakophonie noch mitgemacht und ständig geplärrt "Wenn möglich, bitte wenden". Irgendwann sind wir dann doch mal einem "attraktiven" Wegweiser zu einem Ort namens Stillwater gefolgt, wo wir 45 Minuten später auch ankamen. Das Örtchen war dann doch nicht so malerisch wie wir uns das vorgestellt hatten (warum sollte es auch) und wassertechnisch war auch nur ein Fluss zu sehen (die haben wir daheim auch). Wie auch immer, wir haben schließlich doch noch ein annehmbares Plätzchen unter einem schönen großen Baum gefunden und endlich was gegessen. Wären wir einfach auf der Straße weiter gefahren hätten wir das wahrscheinlich auch ohne riesen Umweg haben können, verbuchen wir das einfach unter Driving Experience :-)

Danach ging es ohne Probleme weiter Richtung Wangarei. Zwischendrin haben wir in der Pampa, inmitten eines atemberaubenden Urwalds, kurz Pause gemacht. Ab hier wird der Reisebericht übrigens wesentlich (Wesentlich!) fotolastiger.

Kurze Pause in der Pampa, atemberaubender Urwald

In Wangarei angekommen haben wir uns die Wangarei Falls angesehen, ein guter Start in den Urlaub, aber nichts berauschendes. Dies gilt übrigens für die meisten Wasserfälle, die in den Reiseführern angepriesen werden. Eine Liste der wirklich sehenswerten Wasserfälle finden Sie im Reisebericht Informationen.

Riesiger Baum bei den Whangarai Falls

 

Whangarai Falls

Auf dem Rückweg hat uns ein Einheimischer auf dem Parkplatz angesprochen und uns davor gewarnt, hier auf diesem Parkplatz zu übernachten und uns ein paar Buchten mit tollen Stellplätzen, Wooleys Bay oder Sandy Bay, in der Nähe empfohlen. Die Kiwis vom Land sind wirklich super nett und hilfsbereit, dazu aber später mehr.

Obwohl das Navi hartnäckig versucht hat, uns von einem Besuch bei Wooleys Bay abzuhalten, in dem es uns penetrant im Kreis herum geschickt hat und uns mit allen mitteln zum Umdrehen bewegen wollte, haben wir es zu der Bucht geschafft. Diese lag direkt an der wenig befahrenen Straße und außer uns waren nur einige Angler vor Ort, die jedoch bald aufgebrochen sind. Eine ganze Bucht mit wahnsinnig toller Aussicht, super Sandstrand und Meeresrauschen nur für uns! Traumhaft. Wunderschön. Unvergleichlich.

Unser erster Übernachtungsplatz, Woolleys Bay. Auf diesem Foto ist der Strand noch richtig crowded.

Zum Abendessen gab es Burger, eine super Gelegenheit um unseren Außengasgrill einzuweihen. Trotz sehr starkem Wind hat das Grillen gut funktioniert. Nach dem Essen haben wir uns Bettfertig gemacht und sind mit Meeresrauschen in den Ohren eingeschlafen.

Wir haben übrigens die daheimgebliebene Familie mit Reiseberichten per Mail versorgt (damit sie quasi an unserer Reise teilhaben können) und zum Schluß des ersten Tages hat meine Frau folgenden Satz zum Abschluß geschrieben: In Gedanken sind wir bei euch (manchmal zumindest), sagt allen Liebe Grüße.