Neuseeland 2013 - Nordinsel

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18.03.2013 Rotorua

Die Gegend um Rotorua ist bekannt für ihre geothermalen Quellen. Unser erstes Ziel nannte sich Hell's Gate, also Höllenpforte. In Hell's Gate gibt es blubbernde Matschpfuhle und stinkende / kochende Quellen zu sehen. Dort angekommen waren wir leicht verwundert, da ein Gebäude, wie man es von Zoos, Bädern und anderen Einrichtungen, die Eintritt kosten kennt, vor uns stand. Irgendwie seltsam. In der Natur, z.B. bei uns im Wald steht ja so was auch nicht. Wir betraten das Gebäude und die Dame am Eingang wollte tatsächlich Geld von uns, 30 NZD pro Person. Wir waren einfach nur fassungslos (zum zweiten Mal an diesem Tag!), schließlich hatte die Natur für das Erschaffen auch kein Geld verlangt. In unseren Reiseführern stand übrigens kein Sterbenswörtchen über Eintrittsgelder für die geothermalen Attraktionen. Wir erfuhren, dass es noch zwei weitere Gebiete gibt, einmal für 47 NZD und einmal für 32,50 NZD Eintritt. Wir erkundigten uns bei der Frau, ob es denn auch Thermalquellen kostenlos zu besichtigen gäbe. Etwas widerwillig zeigte sie uns auf der Karte einen geothermalen Park in der Stadt, der öffentlich ist. Wir machten uns sofort auf den Weg in die Stadt. Inzwischen war es früher Abend und wir hatten den kompletten Tag damit verbracht blöd in der Gegend herum zu fahren, jetzt wollten wir noch etwas sehen, bevor wir unser Nachtlager aufschlugen. Und tatsächlich: hier gab es blubbernden Matsch, kochendes Wasser, stinkendes Wasser, Kostenlos. Wir liefen etwa 1,5 Stunden umher ohne alles gesehen zu haben, der Park war einfach zu groß. Wir waren wieder einigermaßen besänftigt, zumindest hatte der Tag noch ein schönes Ende gehabt. Es braucht nicht viel um uns glücklich zu machen und der Geldbeutel sitzt im Urlaub auch lockerer als zu Hause, wenn wir allerdings das Gefühl bekommen, dass man als Touri nur ausgenommen werden soll dann stinkt uns das schon ordentlich. Hier ein paar Eindrücke von dem öffentlichen geothermalen Park in Rotorua:

Heißer, blubbernder Schlamm in Rotorua 

 

Rotorua, dampfender See

 

Totes Brackwasser in einem geothermalen See

 

Und noch mal ein dampfender See

 

Hier habe ich mal etwas en den Farben gedreht. Dieser See ist auch in Rotorua zu finden, ist aber nicht geothermal

 

Wir würden gerne frei übernachten, aber das ist in Rotorua natürlich nicht erlaubt. Und das ist ein weiterer Punkt den ich hier ansprechen muss. Wer nach Neuseeland kommt um frei zu stehen (und in der Werbung für das Land wird das besonders hervorgehoben) wird bitter enttäuscht werden, Freedom Camping wie es so schön heißt ist nur in den seltensten Fällen möglich. In weiten Teilen der Südinsel war es gar nicht erlaubt! Zum Teil liegt das an den Touris selbst weil die einfach überall ihre Fäkalien und ihren Müll liegen lassen. Zum Großteil liegt es aber auch daran, dass man einfach nicht mag (Kommunalpolitik - sicherlich auch in Neuseeland ein interessantes Thema). Ich zitiere mich hier einfach mal selbst "unser Geld ist erwünscht, wir aber nicht". Dazu aber mehr im Bereich Reisebericht Neuseeland - Informationen.

Wir fahren an eine günstige DoC Site (Lake Okareka Scenic Reserve) und bekommen schon wieder eine verpasst. Die Site kostet 10 NZD pro Person anstatt der 6 NZD die im Reiseführer standen und die uns die Dame von der iSite am Telefon mitgeteilt hatte. Nur um es noch einmal in Erinnerung zu rufen DoC Sites liegen meist an schönen Plätzen und bieten außer einem Plumpsklo und einigen Picknickbänken meist keinerlei Komfort. Ich bereitete unser Abendessen vor, welches wir draußen verspeisten. Beim Essen kamen zwei recht junge Kerle auf uns zu und erzähtlen uns, dass sie dachten der Platz würde nur 6 NZD kosten, deswegen hätten sie nur 12 NZD dabei. Die beiden fragten uns, ob wir Essen oder so was von ihnen abkaufen würden, damit sie die restlichen 8 NZD zusammen bekämen. Habe ich schon mal erwähnt, wie das so auf einem DoC Platz abläuft? Man fährt auf den Platz und nimmt sich einen Umschlag. Auf diesen schreibt man seine Adresse, das Kennzeichen, wann man angekommen ist, wie viele Personen dort übernachten und wie viel Geld im Umschlag steckt. Dann gibt man das Geld in den Umschlag und der Umschlag wird in eine verschlossene Box gesteckt. Ein Ranger (den wir auf unserer Reise nie gesehen haben) holt die Umschläge ab und überprüft, dass auf dem Platz alles mit rechten Dingen zu geht. Aber zurück zu unseren zwei Jugendlichen. Wir gaben ihnen 5 NZD (mehr hatten wir nicht mehr klein) und liesen ihnen ihr Essen :-) Wir sagten ihnen, sie sollten einen Zettel zum Geld stecken und drauf schreiben, dass die Frau in der Touristeninformation gesagt hätte, der Platz koste nur 6 NZD und sie deswegen nicht mehr dabei hätten. Die beiden waren sehr erleichtert, etwas Geld und eine Absolution bekommen zu haben :-)

Wir beide sind mal wieder sehr müde eingeschlafen.

 

Lake Okareka, unser Übernachtungsplatz für diese Nacht