Neuseeland 2013 - Nordinsel

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18.03.2013 Hobbingen

Am Tag zuvor hatte es uns ja im wahrsten Sinne kalt erwischt. Wir haben die nassen Sachen gleich im Wohnmobil aufgehängt (draußen regnete es ja immer noch), allerdings herrschte dort eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit. Deshalb war an diesem Morgen immer noch alles klitschnass. So blieb uns nichts anderes übrig, als mit der längs durch das Wohnmobil gespannten, voll behangenen Wäscheleine los zu fahren. Sah von außen bestimmt, nennen wir es mal, sehr lustig, aus :-)

Unser heutiges Ziel war Matamata. Ein Ort der wahrscheinlich nur selten Touristen zu Gesicht bekäme wäre dort nicht die Kulisse für Hobbingen bzw. das Auenland aus dem "Herr der Ringe" gebaut worden. Wir erinnern uns alle an die Filmkulisse? Sanfte, grüne Hügel, kleine Häuschen, kurzum alles sehr idyllisch. In Matamata angekommen waren wir etwas ratlos, nirgendwo war ein Hinweisschild zu finden. Der einzigen Hinweis auf den Film war das Schild am Ortseingang, "Welcome to Hobbiton". Wie in Hobbingen, sah es dort allerdings nicht aus, eher wie in einem Städtchen, dessen einzige dürftige Einnahmequelle die Touristen sind. Wir fuhren durch die Stadt und suchten nach den Hinweisschildern, die normalerweise den Weg zu den Sehenswürdigkeiten weißen - ohne Erfolg. Also frischten wir erstmal unsere Lebensmittelvorräte auf und fragten am Supermarktparkplatz einen Einheimischen, wo wir Hobbingen fänden. Er versuchte es uns zu erklären, wir versuchten es zu verstehen. Allerdings sprach der nette Mann - wie die meisten Kiwis - etwas zu schnell und in einem fürchterlichen Dialekt... Kaum zu verstehen für einen Nicht-Muttersprachler (so müssen sich Ausländer bei uns in Bayern fühlen :-)). Einen Teil der Info verstanden wir und machten uns auf den Weg zum Filmset das außerhalb der Stadt liegt. Wie es kommen musste fanden wir nicht zum Set und nach einigen Kilometern planloser Fahrerei fragten wir einen Stadtarbeiter, der sollte es ja schließlich wissen! Der wiederum schickte uns in die Stadt zur i-Site (Touristeninformation). So blieb uns nichts anderes übrig, als dort hin zu fahren und nach zu fragen.

 

Die Touristeninfo (-abzocke) in Form eines Hobbithauses in Matamata

 

Die für uns unglaubliche Antwort: "Da kann man so nicht hin, da müsst ihr eine Führung buchen.". Mit der Antwort unzufrieden bohrten wir weiter, wir wollten ja schließlich gar nicht rein in die Häuser, wir wollten ja nur ein, zwei Fotos von außen! No, ohne Führung bekäme man da nix zu sehen und wo genau dieses "nix" war wollte uns auch niemand sagen. Resignierend wollten wir wissen, was denn so eine Führung, die wir gar nicht haben wollten, kosten würde. 75 Neuseeländische Dollar. Uns blieb die Spucke weg und wir bekamen Schnappatmung. Entrüstet zogen wir von dannen und dachten uns, dass die uns mal gerne haben können und dass wir Hobbingen nur finden mussten, um etwas zu sehen zu bekommen. Wir gingen die Wegbeschreibung des Kiwis vom Supermarktparkplatz noch mal durch und machten uns auf den Weg. Diesmal fuhren wir tatsächlich auch in die richtige Richtung und kamen an einigen Wegpunkten, die er uns beschrieben hatte, vorbei. So auch an einer Schule, wo Kinder draußen saßen. Dort fragten wir erneut nach dem Weg und die Kinder konnten uns tatsächlich den Weg weißen. Wir folgten den Beschreibungen und waren schon kurz davor die Suche aufzugeben, da wir fuhren und fuhren ohne an das Ziel zu kommen, als uns ein Hobbiton Tour Bus entgegen kam. Wir fuhren weiter und kamen endlich am Ziel an. Wir parkten am Eingang, sahen uns um und gingen in das dortige Gebäude. Wir wollten wissen, wo wir Hobbingen sehen könnten (ja, wir können hartnäckig sein). Allerdings auch dort das selbe Spiel wie in der i-Site, 75 NZD pro Person, sonst gar nicht. Wir fragten nach einer kürzeren Tour - gabs nicht. Erneut resignierend wollten wir wissen, was bei der Führung geboten werden würde. Ein Guide würde uns 2 Stunden durch das Filmset führen und dabei Hintergrundwissen zum Film vermitteln. Ach ja, ein Getränk wäre auch noch mit dabei gewesen! Völlig frustriert verzogen wir uns wieder, an uns würden die kein Geld verdienen.

 

Wenn man bereits ist 75 NZD pro Person zu blechen wird man mit einem Bus durch dieses schöne Gelände nach Hobbingen gefahren

 

Wir hätten wirklich gerne das Hobbitdorf gesehen, allerdings ohne Führung und nicht zu diesem Preis. So mussten wir uns mit der beeindruckenden Landschaft zufrieden geben.

 

Während der Fahrt hielten wir ständig ausschau, ob nicht doch irgendwo was zu sehen wäre. Das Gelände liegt allerdings so geschützt, dass man nichts zu sehen bekam, kam den Vermarktern wahrscheinlich nicht ungelegen (um nicht von Abzocke zu sprechen). Wir fuhren schließlich sauer und sehr verstimmt weiter nach Rotorua.

 

Highwaybaustelle auf dem Weg nach Rotorua