Neuseeland 2013 - Nordinsel

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 17.03.2013 Cathedral Cove und Hot Water Beach

 

 

Parkplatzcampingidylle :-)

 

Unser Ziel an diesem Tag war der Hot Water Beach. Da wir am Vorabend schon so weit gekommen waren war der restliche Weg ein Klacks. Wir erreichten die ausgewählte Campsite gegen 11 Uhr und durften, wegen der Nebensaison und weil sehr wenig los war, zum Glück auch gleich einchecken. An der Theke konnte man einen Spaten für 5 NZD mieten, um am Hot Water Beach schön buddeln zu können. Wir haben uns gleich einen mitgenommen. Danach erholten wir uns erst mal von den gestrigen Strapazen. Wir sind rumgelungert, haben gelesen, unsere elektronischen Geräte geladen und uns umgezogen, es schüttete nämlich wie aus Eimern. Als der Regen in ein Nieseln überging, machten wir uns auf zu einer Erkundungstour. Nach etwa zehn Minuten erreichten wir den Hot Water Beach. Dieser Strand ist so besonders weil unter ihm einige heiße Quellen entspringen. Bei Ebbe kann man nach diesen Quellen graben und sich quasi sein eigenes kleines Thermalbecken erschaffen. Noch stand das Wasser zu hoch und die Wellen hätten die selbst gebuddelten Pools wieder zerstört. Also spazierten wir nur am Strand, direkt an der Brandung, entlang. Dank des andauernden Regens war nur wenig los. Am Rückweg wurde es meiner Frau plötzlich warm um die Füße, obwohl das Meer alles andere als warm war. Wir hatten tatsächlich durch Zufall eine der Quellen gefunden. Wir blieben stehen und je mehr die Wellen unsere Füße im Sand versinken ließen um so heißer wurde es. Schon nach ein paar Zentimetern musste man die Füsse aus dem Sand ziehen weil es einfach zu heiß wurde. Wir zogen die Aufmerksamkeit anderer Spaziergänger auf uns und schwupps war der Strand gar nicht mehr so einsam :-) Da es noch lange nicht an der Zeit war, sich einen Pool zu graben und wir noch zur Cathedral Cove wollten machten wir uns auf den Weg zurück zum Campingplatz. Da es immer noch regnete und wir keine Lust hatten, uns in richtiges Schuhwerk zu quälen fragten wir an der Rezeption nach, ob der Weg zur Cathedral Cove mit FlipFlops machbar wäre oder ob wir festes Schuhwerk bräuchten. FlipFlops wären laut der Kiwi-Frau vollkommen ok. Am Camper angekommen waren wir vom Regen vollkommen durchnässt. Wir zogen uns um (oder eher aus, da wir nur noch Shorts und ein Shirt an hatten) und fuhren zur Cathedral Cove. Diese kann man nur bei Ebbe begehen, ansonsten versperrt einem das Meer den Weg. Die Fahrt dauerte trotz des Regens nicht lange und am Parkplatz war sehr wenig los (wer hat bei Regen und eisigem Wind auch Lust auf eine 1,5 stündige Wanderung?). Da wir vorhin am Strand total durchnässt wurden, besonders unsere Hosen, beschlossen wir, die Hosen weg zu lassen und unten rum nur Badebekleidung zu tragen. Oben rum hatten wir nur ein T-Shirt bzw. Pulli und Regenjacken an (wir hätten unter den Regenjacken auch nackt sein können, man hätte den Unterschied nicht gesehen).

Über einen Holzplankenweg gings vom Parkplatz zum Wanderweg, noch sehr gut machbar in FlipFlops. Doch sehr bald endete der befestigte Weg und ging in einen Schlammpfad über. Wir versuchten auf dem Weg zu laufen brachten aber keinen anständigen Schritt zusammen da wir nur durch den feinen Schlamm schlidderten. Auf der daneben liegenden Wiese ging es etwas besser, allerdings endete die Wiese nach wenigen Metern. Da wir mit den Flipflops stunden gebraucht hätten drehten wir um und zogen unsere Wanderstiefel an. In unserem Outfit sahen wir nun völlig lächerlich aus, erst sah man die Regenjacke, dann nackte Beine, dann Wanderstiefel, wie Exhibitionisten! Was soll's... bei dem Sauwetter war ja eh fast keiner unterwegs. Mit den Stiefeln rutschten wir zwar ebenfalls etwas durch den Schlamm es ging aber wesentlich besser als mit FlipFlops (eigentlich eine blöde Idee wenn man genauer drüber nachdenkt). Unterwegs kamen uns einige Leute entgegen, ein paar sogar mit FlipFlops! Wie zum Henker haben die das geschafft? Spikes an den Sohlen? Bergziegen im Stammbaum?

 

Ausblick auf dem Weg zur Cathedral Cove

 

Nach etwa 45 Minuten erreichten wir den Strand und damit auch gleich die Cathedral Cove. Sah schon sehr cool aus! Wir schossen einige Bilder, was wegen dem Regen gar nicht so einfach war. Hauptsächlich fotografierte ich und die bessere Hälfte versuchte mit dem Schirm die Kamera einigermaßen vor dem Regen zu schützen. Dank des stürmischen Windes hat das allerdings nur mäßig gut geklappt. Innerhalb des Durchgangs war es zwar etwas besser, aber wegen des starken Windes pfiff auch hier der Regen rein. Wir sind durch die Cathedral Cove gelaufen, haben auf der anderen Seite auch noch Bilder geschossen und dann wieder den Rückmarsch angetreten um uns am Hotwater Beach aufzuwärmen.

 

Cathedral Cove

 

Felsklippe hinter der Cathedral Cove

 

Cathedral Cove, Wassertropfen inklusive

 

Der Rückweg war unspektakulär, die Landschaft war echt schön und bei Sonnenschein wäre die Wanderung bestimmt ein Traum gewesen. Wir mussten recht aufpassen, weil der Regen den Weg immer mehr aufgeweicht hatte und inzwischen streckenweise schon kleine Rinnsale hinabflossen. Natürlich kamen wir sicher am Wohnmobil an, sahen aber aus wie Schweine. Unsere Schuhe waren über und über voll mit Matsch. Ich habe es sogar geschafft meine Socken, trotz hoher Wanderstiefel, einzusauen.

 

 Der Wanderweg war an diesem Tag etwas, naja, sagen wir mal glitschig

 

Zum Abschluß unserer Wanderung durften wir noch diesen herrlichen Blick über das Meer vor Hahei werfen

 

Am Parkplatz vom Hotwater Beach angekommen entledigten wir uns der restlichen Bekleidung, die ja eh wieder nur nass werden würde, und gingen nur in Badesachen zum Strand. Dort waren deutlich mehr Leute als noch Stunden zuvor. Es war uns fast schon zu voll, in der Hauptsaison muss man wahrscheinlich auf Körperkontakt mit wildfremden Menschen stehen :-) An jeder Quelle gab es jeweils einen großen Pool gefüllt mit warmem Wasser und vielen Menschen. Wir machten einige Probegrabungen sahen aber doch recht schnell ein, dass bereits alle möglichen Spots belegt waren.

 

Zum Abschluß dieses Tages gönnten wir uns ein heißes Bad am Hot Water Beach

 

Um es etwas weniger kuschelig zu haben entschieden wir uns schließlich für einen aufgegebenen Pool der bereits immer wieder von Wellen überspült worden war. An der einen Ecke "unseres" Pools kam das Wasser viel zu heiß aus dem Boden, an der anderen gab es nur kaltes Meerwasser, in der Mitte vermengte sich beides und die Temperatur war perfekt. Allerdings konnte man sich nicht einfach in die Mitte flätzen und das warme Wasser geniessen sondern musste ständig mit dem Mini-Spaten buddeln um den Deich auf der Meerseite aufrecht zu erhalten. Regelmäßig kam eine größere Welle angeschäumt, die unseren Wall mir nichts, dir nichts einfach nieder machte. Jedes mal wenn wieder eine große Welle in unseren Pool schwappte wurde es ziemlich kalt. Die Flut stieg unaufhörlich und die Überschwemmungen passierten immer öfter. Schließlich gaben wir den Pool auf und setzten uns doch noch in einen der weiter oben gelegenen, menschengefüllten, Pools. Sehr angenehm warm war es da, vor allem nachdem der vorherige Pool nicht mehr wirklich warmes Wasser enthalten hatte :-) Wir aalten uns etwas hatten aber irgendwann genug, da die Flut auch hier schon am Deich nagte. Wir traten den Rückzug in Richtung Campervan an und fuhren nass und dreckig wie wir waren bis zum Campingplatz. Dort angekommen duschten wir erst mal ausgiebig. Nach dem Abendessen schafften wir es mit Mühe Nudeln und Kartoffeln für die nächsten Tage vorzukochen. Zum Schluss fielen wir beide - wie so oft in diesem Urlaub - totmüde ins Bett.