Neuseeland 2013 - Nordinsel

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16.03.2013 Waipoua Kauri Forest

An diesem Morgen liessen wir uns schön viel Zeit, auch beim frühstücken. Das hatte zur Folge, dass wir erst um etwa 10 Uhr zum Aufbruch bereit waren. Da wir bereits gestern den Waipoua Kauri Forest durchquert hatten, mussten wir erstmal wieder zurück fahren. Die komplette kurvige, schmale Straße... Naja, muss ja, wir hatten uns nämlich vorgenommen, die zwei mächtigsten Kauri Bäume in ganz Neuseeland zu sehen. Unser erstes Ziel war der Tahne Mahuta, was in der Maori Sprache "Gott des Waldes" bedeutet. Dieser Name ist mehr als angebracht! Wir haben noch nie vorher einen so großen Baum gesehen. Unvorstellbar, dass Menschen bis vor kurzem so majestätische Bäume gefällt haben. Der Baum war ganze 51 Meter hoch und hatte einen Umfang von 14 Metern. Niemand sollte etwas so Erhabenes fällen. Wir waren tief beeindruckt von diesem gewaltigen Baum, auf Fotos ist dieser Eindruck kaum wiederzugeben. Die Kauris sind nicht nur unglaublich toll anzusehen, sondern haben einen wunderschönen, schnurgeraden Wuchs.

 

Tane Mahuta, der Gott des Waldes. Auf dem Bild ist übrigens auch ein Mensch zu sehen.

 

Tane Mahuta, der Gott des Waldes ist der größte Kauri und einer der größten lebenden Bäume der Welt

 

Um den zweiten Riesen im Waipoua Kauri Forest zu sehen, mussten wir ein paar Minuten mit dem Auto bis zu einem kurzen Rundweg fahren. Der Rundweg führte uns zunächst zu den Four Sisters (vier Schwestern), 4 Kauri Bäume, die ganz nah beieinander gewachsen sind, so dass sie fast wie ein Baum wirkten. Das ist eigentlich sehr ungewöhnlich für Kauris, da sie immer versuchen, die einzigen bzw. höchsten in ihrer Umgebung zu sein, um besonders viel Sonne ab zu bekommen.

 

Four Sisters, eine seltene Ansammlung von 4 beieinander stehenden Kauris

 

Ein ausgehöhlter Baum im Waipoua Kauri Forest

 

Kauri Zapfen und Same

 

Wir folgten dem Wanderweg weiter und trafen schließlich auf Te Matua Ngahere, was "Vater des Waldes" bedeutet. Er ist zwar kleiner als der "Gott des Waldes", hat dafür aber einen nochmal größeren Umfang von 18 Metern.

 

Te Matua Ngahere, der Vater des Waldes ist ein Baum von gewaltigem Umfang

 

Damit war unsere Erkundung des Far North, des Nordens der Nordinsel eigentlich abgeschlossen und wir machten uns um ca. 12:45 uhr auf den Weg zurück nach Auckland. Die Mittagspause an diesem Tag verbrachten wir an einem See. Als ob Neuseeland nicht schon genug grandiose Küsten hätte, ist das Land auch noch mit einer beträchtlichen Anzahl schöner Seen gesegnet. Wir verbrachten die Mittagspause im Inneren unseres Campers, weil am Rastplatz wilde Hähne frei rum liefen und der weibliche Teil der Reisegesellschaft eine, sagen wir mal Abneigung, gegen größere gefiederte Zeitgenossen hat :-)

Wir fuhren weiter und irgendwann leuchtete die Reservelampe auf, wir sollten wohl demnächst mal Tanken... In Auckland gab es eine besonders günstige Tankstelle an der wir natürlich tanken wollten. So weit würde der Sprit schon noch langen (ca. 100 km), also fuhren wir weiter, ich war mir sicher, dass das klappen würde. Aus dem "sicher" wurde allerdings langsam ein "wahrscheinlich", was kurze Zeit später in ein "ich bin mir nicht sicher" abgeändert wurde. Wir hatten beide das Gefühl, dass wir nur noch mit heißem Dampf fuhren und uns wurde die Sache zu brenzlig. Also beschlossen wir, abzufahren und zu tanken. Mit günstig war es an dieser Tankstelle natürlich nichts und so tankten wir nur für 10 NZD. Mit erheblich besserem Gefühl in der Bauchgegend fuhren wir weiter zu dem gesuchten Pak'n Save und haben uns tatsächlich auch noch verfahren. Durch diese Aktion kamen wir schon wieder an unsere Reserven und langsam ins Schwitzen :-) Ist aber alles gut gelaufen und wir schafften es ohne weitere Probleme zur Tankstelle (ohne schieben).

In einigen Supermärkten in Neuseeland bekommt man ab einem gewissen Betrag Tankrabattmarken, meistens mit einer Ersparnis von 6 cent pro Liter. Am besten man kauft ein und geht dann Tanken, meist sind die Gutscheine nämlich regional begrenzt. Wir hatten noch einen von unserem ersten Einkauf in Auckland und haben ihn auch gleich verwendet, trotzdem war die Tankrechnung zum ersten Mal dreistellig ;-) Da war wirklich nicht mehr viel Sprit drinnen gewesen. Nach dem Tanken gingen wir noch einkaufen und als wir damit fertig waren setzte bereits die Dämmerung ein. In Auckland wollten wir nicht übernachten, also beschlossen wir, zumindest noch raus aus der Stadt zu fahren. Wir würden nämlich mal gerne nicht für einen Stellplatz bezahlen, aber damit sieht es rund um Auckland nicht gut aus. Und so fuhren wir tapfer in der Dunkelheit durch die Gegend. Wir waren beide hundemüde, erledigt, fertig. Nirgends ein Hinweis, wo wir stehen könnten. Endlich erreichten wir eine etwas "größere" Stadt, Thames. Dort hielten wir an der Touristeninfo, die natürlich schon geschlossen hatte, um nachzusehen, ob irgendwelche hilfreichen Informationen aushingen. Natürlich nichts. Entmutigt fuhren wir weiter, bis ich am Straßenrand einen Parkplatz mit etlichen Campervans sah. Wir wendeten und fuhren auf den Parkplatz, wo deutlich stand, dass man frei übernachten durfte. Ein Glück. Hässlich zwar, so auf einem Parkplatz, direkt an der Straße, aber Hauptsache wir konnten schlafen. Nach einem sehr späten Abendessen, um halb zehn, fielen wir total erschöpft ins Bett...