Neuseeland 2013 - Nordinsel

Beitragsseiten

09.03. - 11.03.2013 Anreise

Unser Flugzeug sollte um 20:55 Uhr abheben, wir hatten also mehr als genug Zeit, um an diesem Samstag unsere Wohnung Fit für unsere 5-wöchige Abwesenheit zu machen. Irgendwie haben wir uns aber in der Zeit verschätzt und zum Schluß wurde es ziemlich hektisch damit wir auch ja noch alles fertig bekommen (wer wischt am Tag seines Abflugs auch noch die Gefriertruhe aus, die er  in der Nacht vorher abgetaut hat und beschäftigt sich zusätzlich noch mit der Reiseplanung?!). Irgendwie haben wir es aber doch geschafft und um 17:45 Uhr haben wir fast pünktlich das Haus verlassen (Ziel war 17:30 Uhr).

Der Fußmarsch mit drei Koffern zur U-Bahn war nicht gerade angenehm, vor allem da wir die erlaubten 60 kg fast voll ausgeschöpft hatten. Aber wir haben es geschafft und nach einer kurzen Pause gingen wir in der U-Bahn kurz unsere Reisedokumente durch. An der 5. oder 6. Station bemerkten wir, dass wir unsere internationalen Führerscheine vergessen haben. Ziemlich schlecht, wenn man vor hat mehrere Wochen mit einem Campervan durch Neuseeland zu fahren. Wie kommen wir jetzt an unsere Führerscheine? Eine praktikable Möglichkeit wäre gewesen, mit dem Taxi heim und gleich weiter zum Flughafen zu fahren, mit der U-Bahn hätte das viel zu lange gedauert. Um sicher zu gehen riefen wir unsere Nachbarin an und baten sie, nach den Führerscheinen zu sehen und tatsächlich hatten die sich unter einer Ausgabe Geo Spezial - Neuseeland versteckt. Wenigstens gleich gefunden. Retter in der Not war unser Nachbar, der uns mit dem Motorrad zum Flughafen hinterher fuhr und uns dort nach nur 10 Minuten unsere Führerscheine aushändigte. Noch mal Schwein gehabt.

Trotz der nur kurzen Pause waren wir ziemlich einsam am Check-In, unsere Zeitplanung war wohl doch etwas knapp kalkuliert. Apropos knapp kalkuliert: unsere 3 Koffer brachten stolze 58,6 kg auf die Waage, nicht sehr viel Spielraum für Shopping in Neuseeland. Danach ging alles sehr schnell, noch ein Brötchen zum Abendessen, im Eilschritt zum Gate und kurz darauf begann auch schon das Boarding. Das Boarden lief wirklich gesittet ab. Im Gegensatz zu allen anderen bisher erlebten Airlines durften bei Emirates wirklich nur die Passagiere an Board, deren Reihen gerade aufgerufen waren. Respekt! Einzige Möglichkeit, diese Regelung zu umgehen war eine Mitgliedschaft im Skywards Club. Wie gut, dass wir die zu Hause noch schnell abgeschlossen hatten :-)

Der etwas mehr als 6-stündige Flug nach Dubai war dann auch ganz erträglich, nicht zuletzt wegen den super Filmen, die man auf seinem persönlichen Bildschirm frei aussuchen konnte. Generell hatten wir das Gefühl, dass mehr Stewards und Stewardessen anwesend waren, als bei anderen Airlines (und das Essen war um Welten besser).

In Dubai angekommen sind wir erst mal planlos am Flughafen rumgegondelt und haben abwechselnd ein bisschen auf Liegestühlen (hört sich nobler an als sie tatsächlich sind) gedöst. Nach einer ausgiebigen Nachtruhe *beissendersarkasmus* begaben wir uns zur Emirates Information um Voucher für eine kostenlose Mahlzeit abzuholen (die bekommt man wenn man mehr als 4 Stunden Aufenthalt in Dubai hat). Gegönnt haben wir uns davon ein echtes Frühstück für Champions: Einen Chicken Big Mac mit Pommes und Cola. Das Fast Food hat unsere Lebensgeister tatsächlich wieder etwas geweckt und der Rest der Wartezeit verging einigermaßen zügig. Jetzt ist es aber mal Zeit für ein erstes Bild, der Flughafen Dubai ist ein architektonisches Prunkstück:

 

Der Flughafen Dubai geht auch als moderne Kunst durch

Das Boarding lief auch in Dubai wieder absolut gesittet ab und wir waren (Skywards sei dank) unter den ersten an Board des Airbus A380. Hier ein Beweisfoto:

 

Wir waren unter den Ersten im Airbus A380. Das Bild hat übrigens keinen Farbstich, die Flugzeuge von Emirates waren alle so beleuchtet.

Mit dem Airbus A380 zu fliegen war gigantisch, im wahrsten Sinne des Wortes. Das Flugzeug ist nicht nur riesig sondern auch schön leise und wie bei einem Auto der gehobenen Klasse merkt man die Geschwindigkeit nicht. Beim Starten kam es mir vor als würden wir mit höchstens 100 Sachen über die Piste zuckeln, aber zack sind wir auch schon abgehoben, müssen dann doch eher um die 380 km/h (Startgeschwindigkeit der A380) gewesen sein.

Trotz aller Annehmlichkeiten, die Emirates bot, war der 12-Stunden Flug nach Melbourne eine Tortur. Ich glaube ich brauche das hier nicht weiter erläutern, irgendwann fühlt sich alles am Körper wund und geschwollen an, egal wie oft man auch aufsteht und sich die Beine vertritt. Nach dem gefühlten 10. Sonnenaufgang und 20. Frühstück haben wir jedcoh auch diesen Flug erfolgreich hinter uns gebracht.

Der Aufenthalt in Melbourne war mit 1,5 Stunden angenehm kurz und kaum hatten wir uns daheim gemeldet (kostenloses Internet) saßen wir auch schon wieder im Flugzeug - zusammen mit einer riesigen Reisegruppe Chinesen. Jetzt will ich mich hier nicht in das Aufzählen von Vorurteilen ergehen, aber sagen wir es mal so, zu unseren körperlichen Qualen kamen noch geistige hinzu und nach 3,5 Stunden ständigen rumwuselns und -gackerns um uns herum wären wir gerne bereit gewesen unser restliches Leben auf einer einsamen Insel im äußersten Südwestpazifik zu verbringen.

Aber auch diese letzte Tortur haben wir erfolgreich überstanden und nachdem wir im Flugzeug den obligatorischen Einreisewisch (ich frage mich immer was für ein Problem englischsprachige Länder haben) ausgefüllt hatten stand unserer legalen Einreise nichts mehr im Wege. Ich frage mich ob es tatsächlich schon mal jemanden gab der auf diesen Zetteln angekreutzt hat, dass er Drogen schmuggelt oder wegen Schwarzarbeit ins Land reist? Wie sagt man so schön, täglich steht ein Dummer auf, irgendjemand hat das also bestimmt schon mal fertig gebracht :-). Man darf übrigens keinerlei Lebensmittel nach Neuseeland einführen, Ausnahmeregelungen sind im Netz zu finden.

Die Koffer waren ziemlich schnell da und die Kontrolle unserer Wanderschuhe ging auch flott vonstatten. Auf dem Weg nach draußen haben wir noch fix einen Steckdosenadapter für 17 NZD sowie eine Prepaid Telefonkarte mit 100 Freiminuten und 500 MB Datenvolumen von Vodafone für 30 NZD gekauft. Von der Touristeninfo aus haben wir in unserem Hotel angerufen (Kostenlos!) und den Shuttleservice bestellt. Dieser hat uns dann nach etwa 20 Minuten auch aufgegabelt und ins Hotel gebracht. Von den meisten Fahrzeugverleihern wird diese Vorgehensweise, erst mal eine Nacht im Hotel zu schlafen, übrigens empfohlen aber man muss es nicht machen.

Das Hotel (Bella Vista Express Hotel) war für eine Nacht vollkommen in Ordnung. Eigentlich wollten wir nach dem Check-In noch mal los und in einem Supermarkt was zu Essen und zu Trinken besorgen, allerdings lag das Hotel in einem Gewerbegebiet und wir hätten über den Highway laufen müssen um zu einem Supermarkt zu gelangen. Keine sehr gute Idee, so verpeilt und fertig wie wir waren. Also ging es direkt aufs Zimmer, für den Hunger war ein Besuch der Hotel-Snackbar geplant. Eine halbe Stunde haben wir ungefähr gegen die zufallenden Augen gekämpft und sind dann duschen gegangen. Als ich gegen 18 Uhr aus der Dusche kam lag meine bessere Hälfte schon tief schlafend auf dem Bett. Eine halbe Stunde später hat es auch mich dahin gerafft. Um halb zwölf wurden wir beide wach, konnten aber tatsächlich wieder einschlafen bis dann um halb fünf unser Schlafbedarf vorerst gedeckt war.