Mexiko 2008

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06.11.2008 2. Rundreisetag - Loltun

Mittagessen gab es auch an diesem Tag in einer mexikanischen Kantine zum anscheinend landesüblichen Preis von 120 Peso pro Person. Das Essen war wesentlich anspruchsvoller und leckerer als das am Tag zuvor. Außerdem gab es eine breite Auswahl an eingelegten Chilis und scharfen Soßen und ich konnte meinem Hang zur Selbstkasteiung ausgiebig fröhnen. Die Damen des Hauses gaben zum Essen ein Tänzchen zum besten. Die nächste Station nach dem Mittagessen waren die Tropfsteinhöhlen von Loltun.

Die Fahrt zu den Höhlen von Loltun war sehr kurzweilig. Wir fuhren durch die "Alpen" Cancuns, ein paar Hügelchen, etwas Serpentinen, naja, die einzigen nennenswerten Erhebungen in diesem Teil Mexikos eben. Das Highlight war eine Hügelkuppe, über die unser Busfahrer geprescht ist (wir sind fast abgehoben ;-)). Apropos Busfahrer: Unser Busfahrer, Martin, hat es wirklich drauf gehabt. Er ist schnell gefahren wo es ging, er ist mit Temperament gefahren und er hat auch mal überholt wo es eng war, aber man hat nie irgendwie Angst bekommen.  Außerdem war der Typ ein richtiger Vorzeigemexikaner, klein und leicht stämmig mit Schnauzer, immer ein Lächeln auf den Lippen, die Lederschuhe im Cowboystyle mit extremer Überlänge waren bei seinem Aussehen wohl obligatorisch (mexikanischer wäre es nur noch mit Sombrero und Poncho gegangen). Wem beim Namen Martin nicht das richtige Bild vor Augen schwebt, dem sei hier einmal sein (fast) voller Name genannt, Martin Martinez, leider ist mir der mittlere Teil des Namens entfallen, aber ich denke mal so klappt es schon besser.

Vor den langen Busfahrten hat es uns ja eigentlich gegraut, uns plagt nämlich ziemlich schnell die Reisekrankheit, aber selbst bei langen Strecken war uns kein einziges mal schlecht oder unwohl.

Die Besichtigung in den Höhlen von Loltun unternahmen wir mit einer zweiten Reisegruppe. Durch die Größe der Gruppe verstand man von dem Vorgetragenen fast gar nichts bzw. bis die letzten am Versammlungspunkt ankamen liefen die ersten schon wieder los. Man musste sich entscheiden: Entweder dem Vortrag lauschen, was fast nicht möglich war, oder die Höhlen genießen und ein paar Fotos schießen. Wir haben uns für das Fotografieren entschieden, wobei das auch nicht so ohne weiteres möglich war, da es erstens meistens zu dunkel war und zweitens die Lichter in der Höhle innerhalb kürzester Zeit wieder ausgegangen sind um die Zurückgebliebenen weiter zu treiben.

Die Höhlen wurden von den Mayas wahrscheinlich für kultische Zwecke verwendet. Neben Wandmalereien sind dort auch Steinfiguren zu sehen. Wie man heute noch sehen kann wurden Tropfsteine, natürlich in passender Form, abgeschlagen und als Phallussysmbole benutzt. Highlights der Führung sind zwei Steinsäulen, die Töne von sich geben wenn man dagegen schlägt, ein unterirdischer Canyon, Handabdrücke an den Wänden und ein kreisrunder Durchbruch in der Decke, durch den Tageslicht in die Grotten fällt. Der Boden war überall sehr rutschig und wir mussten aufpassen wo wir hin traten. An den schwierigen Stellen waren jedoch immer Helfer postiert, die einem helfend zur Seite standen.

Loltun - Höhle

Phallusst... ähhh Tropfsteine

Eine Wand aus Tropfsteinen.

Die Höhlen haben uns sehr gut gefallen und auch die Führer und Helfer haben ihr bestes gegeben, die Gruppe war allerdings viel zu groß. Die Wege waren meistens nur breit genug für 2-3 Personen und es gab etliche Passagen, die man hintereinander im Watschelgang bewältigen musste. Da war es leider vorprogrammiert, dass man die meisten Vorträge nur bruchstückhaft mitbekam.

Auch hier gilt das gleiche wie in den anderen Kapiteln: Wen es nach mehr Bildern lechzt der wird in der Bildergallerie bedient :-)