Mexiko 2008

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06.11.2008 2. Rundreisetag - Chichen Itza

04:30 Uhr, draußen ist es etwas lauter und wir sind sowas von wach. Zum Frühstück gibt es das übliche Rührei und Brot, der Kaffee ist immer noch viel zu dünn. Nach dem Frühstück wollen wir noch Geld vom Automaten abheben. Man kann zwar am Geldautomaten als Sprache Englisch auswählen, aber das mexikanische System ist so völlig anders als das bei uns in Deutschland. Es gibt so viele Optionen auszuwählen, da trauen wir uns alleine nicht ran. Unser Reiseleiter steht uns jedoch beratend zur Seite und erklärt uns das System. Nachdem wir mit Geld versorgt sind geht es auf nach Chichen Itza.

Kurz hinter dem Eingang durften wir uns einen Vortrag von den Angestellten einer mexikanischen Universität anhören, in dem es um den Maya-Kalender ging. Im Laufe der Erklärungen erhielten wir das Angebot, ein persönliches Datum in Maya-Schrift abgedruckt zu bekommen. Wir haben uns unser Hochzeitsdatum drucken lassen, ein schönes Reiseandenken und man unterstützt damit auch die Erforschung der Maya-Schrift. Der Kalender der Maya war sehr weit entwickelt, eine Abhandlung darüber würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen. Wer sich für dieses Thema interessiert, sollte sich mit dem einführenden Artikel bei wikipedia oder dem sehr ausführlichen Artikel von Peter Meyer (in der deutschen Übersetzung von Klaus Scharff), welcher hier zu finden ist, beschäftigen.

Wir waren relativ früh dran und es war noch fast nichts los, die ganzen Verkaufsstände wurden gerade erst aufgebaut (dazu jedoch später mehr).  Als erstes besichtigten wir die wohl berühmteste Pyramide, das El Castillo. Der Bau ist nicht nur von beeindruckender Größe, sondern hat auch ein Phänomen zu bieten: Wenn man vor der Treppe steht und z.B. klatscht, wird der Schall in einer anderen Tonlage von der Pyramide reflektiert. Für die einfache Bevölkerung die dieses Bauwerk an Festtagen aufgesucht hat muss dieser Effekt göttlichen Hintergrund gehabt haben.

El Castillo und im Hintergrund die Halle der tausend Säulen und der Tempel der Krieger

Als nächstes stand der Ballspielplatz auf unserer Besichtigungstour, übrigens die größte Spielstätte der Mayas. Besonders faszinierend fanden wir hier die Reliefs auf den Steinplatten rings um den Platz. Dort waren unter anderem Spieler in ihren teilweise futuristisch anmutenden Anzügen und Enthauptungsszenen abgebildet. Ob der Sieger oder der Verlierer enthauptet wurde kann man nicht mit Sicherheit sagen, für beides gibt es Argumente. Auch diese Stätte bietet eine akkustische Besonderheit, klatscht man in die Hände wird der Schall von den Mauern reflektiert und man erhält ein siebenfaches Echo.

Ballspielfeld

Während unserer Besichtigung stießen wir immer wieder auf Verkaufsstände, an denen alles mögliche an Kitsch und Andenken feilgeboten wurde. Meine Frau liebt solche Sachen, vor allem weil alles so schön farbenfroh war und hätte am liebsten tütenweise das Zeug eingekauft. Ich hatte jedoch Lunte gerochen und mir gedacht, dass die vermeintlichen Angebote in der berühmtesten Maya-Stätte wohl nur übelster und überteuerter Touristennepp sein können. Heute bin ich schlauer, es hat für uns im ganzen restlichen Urlaub nie wieder eine Gelegenheit gegeben so günstig einzukaufen wie in Chichen Itza. Die Artikel waren in den Touristenhochburgen an der Küste teilweise 2-3 mal so teuer. Meine Frau ist Gott sei Dank hartnäckig geblieben und wir haben hier ein paar wunderschöne Schüsseln und Schnitzereien erstanden. Ein kleiner Tipp noch zum Thema Handeln: Die ersten Preise, die genannt werden sind natürlich völlig überteuert und ein bisschen feilschen gehört dazu. Man sollte jedoch nie vergessen wie unermesslich reich wir Touristen im Gegensatz zu den meisten Einheimischen sind.

 

W i s s e n s w e r t

Die Mayas verfügten bereits über sehr umfangreiche astronomische Kenntnisse. Sie richteten nicht nur ihre Gebäude exakt nach den Himmelsrichtungen aus, sondern ließen auch immer wieder Zahlen aus dem Kalender in ihre Bauwerke mit einfließen. Als Beispiel sollen hier die insgesamt 365 Stufen des El Castillo dienen. Chichen-Itza wurde wahrscheinlich zwischen 435 und 455 erbaut, diente als Hauptstadt und wurde nur von Priestern und Regierungsangehörigen bewohnt. Im Laufe der Zeit wurde Chichen Itza durch verschiedene (Maya-)Völker besiedelt und ausgebaut.

 

Doch genug von unseren Einkaufstouren, hier noch ein paar Impressionen unserer Tour durch Chichen-Itza, weitere Bilder sind wie immer in der Bildergallerie zu finden.

Tempelanlage

Observatorium

Nonnenkloster