Mexiko 2008

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05.11.2008 1. Rundreisetag: Ek Balam

Zum Mittagessen haben wir mitten in der Pampa angehalten um in einer mexikanischen Kantine zu speisen. Für 120 Peso pro Person (ca. 8-9 Euro) gab es verschiedene -mehr oder weniger lokale- Gerichte vom Buffet. Die Speisen waren sehr einfach gehalten, Tacos, Hähnchenteile in verschiedenen Soßen, Schweine- und Rindfleischeintöpfe, Nudeln, Reis, Guacamole und schwarze Bohnen. Am besten mundeten die Tacos, die Hähnchenteile und die schwarzen Bohnen, die restlichen Gerichte waren alle etwas zerkocht und das Fleisch war zäh. Wir hatten uns für die Rundreise bezüglich des Essens auch keine Wunder erhofft, satt sind wir zumindest geworden.

Nach dem Mittagessen ging es weiter, quer durch den Dschungel, ins Landesinnere nach Ek Balam. Es war ziemlich faszinierend wie weitläufig der Dschungel ist. Kreuzungen mit anderen Straßen waren eher selten und die kleinen Hütten der Einheimischen fügten sich meist nahtlos in die Landschaft ein. Die Dörfer, durch die wir im Laufe unserer Reise kamen, waren oft sehr farbenfroh und man sah, dass sich das Leben größtenteils im Freien abspielt. In die normalen Hüttchen und Häuser passten nur die Hängematten der Bewohner und ein paar kleinere Accessoires. Die Wohnungen der ärmeren Bevölkerung bestanden aus Ästen und Reetdächern. Die Steigerung davon stellten Häuschen aus Steinen dar, die von etwas Mörtel zusammengehalten wurden. Die meisten Restaurants, öffentliche Gebäude und die Häuser der reicheren Einwohner waren aus richtigen Ziegelsteinen und meist auch etwas größer. Die Landbewohner machten jedoch, trotz ihrer Armut, immer einen glücklichen und freundlichen Eindruck.

 

W i s s e n s w e r t

Die Halbinsel Yucatan besteht aus den drei Bundesstaaten Yucatan, Quintana Roo und Campeche. Quintana Roo befindet sich im Osten und liegt am karibischen Meer, dort sind die großen Touristenorte wie Cancun und Playa del Carmen, die Riviera Maya und Tulum zu finden. Campeche nimmt den westlichen Teil ein und Yucatan bildet schließlich im Norden den Abschluß der Halbinsel, beide Bundesstaaten liegen am Golf von Mexiko. Im nördlichen Teil sind auch die meisten Sehenswürdigkeiten zu finden: Chichen Itza, Mayapan, die Hauptstadt Merida, der Naturpark Celestun und Ek Balam.

 

Weg zu den Ruinen von Ek Balam

Zur Einstimmung erst mal ein paar Impressionen von Ek Balam:

Ek Balam - Ovaler Palast

Ek Balam - Ruinen und falscher Bogen

In Ek Balam hatten wir wesentlich mehr Zeit zur Verfügung und auch die Führung unseres Reiseleiters war entspannter (er hat in Tulum natürlich nicht gehetzt, aber dort war ein gewisser Zeitdruck zu spüren).

 

W i s s e n s w e r t

Ek Balam wurde erst 1997 freigelegt und wahrscheinlich im 2. bis 3. Jahrhundert nach Christus erbaut. Der "Schwarze Jaguar", wie die Stätte auf deutsch heißt, erlebte seine Blütezeit bis zum 1. Jahrtausend nach Christus und wurde um 1200 aus unbekannten Gründen aufgegeben.

 

Die Akropolis in Ek Balam ist eine der letzten Pyramiden die noch betreten werden darf. Leider gab es schon einige Fälle bei denen Besucher zu Tode gestürzt sind. Deswegen, und sicherlich auch aus denkmalschutztechnischen Gründen, ist das Besteigen der meisten Bauten heute verboten. Der Ausblick ist die Mühen des Aufstiegs auf jeden Fall wert, ich habe selten solch eine traumhafte Sicht genossen.

Ausblick von der Akropolis

Hieroglyphen

Verdammt steil

Wenn man sich die steilen Treppen der Akropolis so ansieht kann man leicht auf den Gedanken kommen, dass hier Menschen herunter gestossen wurden um sie zu opfern. Man nimmt jedoch an, dass die Maya bei weitem nicht so blutrünstig waren, wie lange vermutet wurde. Auf- und Abstieg auf die Pyramide sind ziemlich beschwerlich, es ist mir immer noch ein Rätsel, wie es die kleinen Mayas geschafft haben da einen Priester rauf und wieder runter zu tragen. Die Treppe ist nicht nur steil, sondern die Stufen sind auch noch unterschiedlich hoch. Weitere Bilder von Ek Balam sind in der Bildergallerie zu finden.

Nach der Besichtigung wurden wir zu unserem Hotel in Valladolid transportiert. Wir waren im El Meson del Marques, einer ehemaligen Hacienda, untergebracht. Der Eingangsbereich und der Speisesaal waren wunderschön rustikal eingerichtet, die Zimmer eher rustikal spartanisch. Nach einer kurzen Dusche sind wir losgelaufen um einen Supermarkt zu suchen, in dem wir unsere Wasservorräte aufstocken können. Die Einheimischen waren alle furchtbar nett und haben versucht ihren Teil zu unserer Suche beizutragen, aber Englisch hat dort absolut keiner verstanden. Einen Supermarkt haben wir letztendlich doch noch gefunden und pünktlich zum Essen waren wir wieder im Hotel.

An diesem Abend gab es die ersten kulinarischen Leckerbissen dieser Reise. Meine Frau bekam gegrillte Rinderschnitzel mit Reis und ich Schweinesteaks mit Reis und Gemüse. Beides hat lecker geschmeckt, mit dem einzigen Manko, dass die Gerichte nicht so richtig warm waren. Den krönenden Abschluß des Abends bildete ein Tequila. An diesem Abend haben wir zwei Sachen über Tequila gelernt: Salz und Zitrone werden nicht "reingeschlabbert" um möglichst schnell den Schnaps loszuwerden (wie es meist hier in Deutschland zelebriert wird), sondern sie sind dazu da um die Geschmacksknospen zu reinigen damit man den Geschmack noch besser wahrnehmen kann. Umso besser der Tequila, umso dunkler seine Farbe.