Mexiko 2008

Beitragsseiten

Resümee

Rundreise: Die Rundreise hat uns sehr gut gefallen. Bis auf die Licht- und Soundshow in Uxmal war alles absolut sehenswert und interessant. Unser Reiseführer stand uns immer mit Rat und Tat zur Seite und mit seiner Art hat er für eine lockere Atmosphäre gesorgt. Zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten wusste er immer etwas zu berichten und die Fahrten hat er mit interesantem Hintergrundwissen über Mexiko aufgepeppt. Die Gruppe war nicht zu groß und bestand größtenteils aus älteren Semestern. Der Busfahrer war, wie bereits erwähnt, ein Unikat und immer freundlich und hilfsbereit. Bei Martin im Bus -wir hassen normalerweise Bus fahren- haben wir uns wohl gefühlt und uns war kein einziges mal übel. Neben den Maya-Stätten haben wir auch die Fahrt durchs Land sehr genossen. Durch kleine malerische Dörfchen, vorbei an Agavenfeldern oder quer durch den Dschungel, es gab immer etwas interessantes zu sehen.

Was man, unserer Meinung nach, hätte besser machen können war die Pilgerfahrt auf der wir die einzelnen Teilnehmer zusammengesucht haben. Bei dem Rumgegurke von Hotel zu Hotel sind bestimmt 2 Stunden flöten gegangen. Es sollte doch möglich sein die Leute mit kleineren Bussen an einen Ort zu karren und von dort geschlossen mit dem großen Bus weiter zu fahren. Ich denke die Mehrkosten durch die zusätzlichen Busse sollten für den Einzelnen nicht zu hoch sein. Ich würde zumindest gerne 10-20 Euro pro Person mehr zahlen, wenn es dadurch möglich wäre in Tulum kurz mal ins Meer zu springen. Wenn man das ganze noch in einen vernünftigen Rahmen packen würde, z.B. erst Besichtigung Tulum, dann Badeaufenthalt am herrlichen Strand und anschließend wird vom Veranstalter noch eine Dusche im nahe gelegenen Tourizentrum bereit gestellt, hätte die Reise einen echten Mehrwert.

Rundreise Kost und Logis: Die Unterkünfte waren für eine Rundreise völlig in Ordnung, für einen längeren Aufenthalt würden wir die meisten jedoch nicht empfehlen. Bis auf das letzte Hotel waren Abendessen und Frühstück immer in Ordnung. Bei den Mittagsaufenthalten fühlten wir uns jedoch größtenteils geneppt. Es gab oft nur einfache Speisen -bei denen meist weder Qualität noch Geschmack passten- vom Buffet  für 120 Peso pro Person (ca. 8-9 Euro), Getränke mussten extra bezahlt werden. Also für 9 Euro bekomme ich überall in Deutschland ein super Mittagessen hingestellt bzw. in manchen Gegenden gibt es für den Preis sogar schon Essen vom Buffet bzw. inklusive Getränk. Das war absolute Touristenverarsche, für 120 Peso könnte man den Leuten eigentlich ein 1a Essen auf den Tisch bringen. Der einzige Lichtblick war das Fischrestaurant in Celestun, aber die mussten gute Qualität zeigen, weil man hier nämlich die Möglichkeit hätte ein anderes Restaurant aufzusuchen. Der Preis für das Gericht (Scampis!!!) lag übrigens in der gleichen Kategorie wie bei den Neppern. Ein guter Beweis dass eine gewisse Konkurrenz nie schlecht ist, schon gar nicht für den Gast.

Rundreise Sonstiges: Beim Einkaufen im Supermarkt hatten wir immer gefunden was wir wollten. Die Preise waren dabei sehr unterschiedlich, je nachdem ob man sich auf dem Land oder in der Stadt befand. Apropos Preise: Die günstigsten Souveniers haben wir in Chichen-Itza gesehen, in den Städten am Meer waren die gleichen Artikel teilweise 2-3 mal so teuer. Die Mexikaner machten generell einen sehr freundlichen Eindruck, ich denke die hohe Kriminalitätsrate im Land ist auf die teilweise extreme Armut, in der manche Leute leben, zurück zu führen. Unser Reiseführer hat dazu erzählt, dass der Staat versucht der Armut entgegen zu treten und unter anderem Kinder aus armen Familien z.B. mit Stipendien fördert. An den größeren Straßen konnten wir immer wieder befestigte und sehr gut bewaffnete Militärstellungen sehen, an denen LKWs angehalten und auf Drogen untersucht wurden.

Hotelaufenthalt: Wie bereits in der Einleitung erwähnt verbrachten wir die Zeit nach der Rundreise im Sandos Playacar Beach Resort & Spa. Generell haben wir uns im Hotel sehr wohl gefühlt, die Zimmer waren klasse, das Essen war gut und der Strand war tatsächlich der schönste in der Gegend. Ein paar mal hatten wir Probleme mit dem Zimmerservice (Zimmer war um 17 Uhr noch nicht gereinigt) und unsere Balkontür musste 3 mal repariert werden bevor sie wieder richtig geschlossen werden konnte. Aber ansonsten waren wir zufrieden.

Eine Sache gab es allerdings, die uns genervt hat: der Sandos Select Club, für den es im ganzen Hotelareal verteilt VIP-Bereiche gab. Die reservierten Bereiche bestachen meist durch gähnende Leere  und verschwenderischen Platzverbrauch. Dass man als VIP-Gast, der etwas mehr bezahlt, auch mehr Platz hat ist uns völlig klar. Aber dass man dermaßen den Platz verschwenden muss ist uns unbegreiflich. Außerdem waren die Select-Verkäufer richtig schleimige Hirnwäscher, so dass es uns bei einigen unangenhmen Gästen fast schon gefreut hat, wenn sie erst mal zum Select-Club-Verkaufsgespräch mussten (wofür locker-flockig ein halber Tag drauf ging).

Hotelaufenthalt andere Gäste: Mexiko scheint für Amerikaner das zu sein was für uns Deutsche Mallorca ist. Die Betrunkenen waren zu unserer Zeit eher die Ausnahme, zum Spring Break möchte ich allerdings überall sein, aber nicht an der mexikanischen Karibikküste.

Viele Kinder und Jugendliche haben keine Tischmanieren. Da werden Sachen vom Buffet genommen und mit den Fingern wieder zurück gelegt. Ein Steak muss man nicht schneiden, man kann es auf die Gabel spiessen und von dieser runter "fressen". Das Essen mit geschlossenem Mund ist für manche ebenfalls nicht obligatorisch, so erschien es uns zumindest. Wenn man noch auf Fleisch rumkaut muss man den Mund aufreissen (kotz!) um die Pommes hinterher zu schieben.

Dass amerikanische Frauen prüde sind können wir nach diesem Urlaub auch nicht mehr bestätigen. Die haben sich den Männern teilweise richtig angebiedert. Wer auf Brautschau und nicht so wählerisch ist, der wäre am Abend bestimmt einige Male zum Zuge (allerdings nicht zur Braut) gekommen.

Was uns extrem negativ aufgefallen ist war der Umgang mancher Gäste mit den Hotelangestellten. Grüßen war nicht nötig und das Trinkgeld wurde abwertend hinter den Tresen gefeuert, man hatte das Gefühl als wären die Leute Menschen zweiter Klasse.

Hotelaufenthalt Strand: Der Strandabschnitt war wirklich noch einer der schönsten in Playacar/Playa del Carmen. Wo andere Hotels nur noch Sandsackwale und keinen Strand mehr vor der Haustür hatten kam unser Hotel mit 3 gut platzierten Säcken, die den übrig gebliebenen Strand an Ort und Stelle halten sollten, aus. Dass dies allerdings ein mehr oder weniger nutzloses Unterfangen ist wurde uns während unseres Aufenthaltes klar: Zwischen unserer Ankunft und unserer Abreise wurden ca. 3-4 Meter Strand abgetragen (konnte man gut an der Position der Sandsäcke sehen). Entweder in Zukunft ändern sich die Strömungen vor der Küste und es wird wieder Sand angeschwemmt oder in ein paar Jahren hat keines der Hotels einen Strand mehr.

Hotelaufenthalt Gastronomie: Zum Barkeeper an der Strandbar hatte ich ein besonderes Verhältnis. Sobald er gesehen hat, dass ich von meiner Liege aufstehe und Richtung Bar laufe, hat er schon angefangen mir ein Bierchen einzuschenken (woher er nur wusste dass ich Bier trinke? Innocent).

Das Essen war immer sehr gut, uns haben allerdings die Südfrüchte und das mexikanische Essen gefehlt. Auf der Obstseite gab es Melonen, Ananas, Bananen, Pfirsiche und Pflaumen, das wars. Wir hätten in einem karibischen Land wesentlich mehr Früchte erwartet. Mexikanisches Essen gab es nur im kleinen mexikanischen Buffet, im Hauptrestaurant gab es in den zweieinhalb Wochen nur zwei mexikanische Abende. Das wenige mexikanische Essen, das man gefunden hat, hat immer vorzüglich geschmeckt und wir sind nach wenigen Versuchen im Hauptrestaurant nur noch in das kleine Buffet zum Abendessen gegangen.

Allgemein: Mexiko war eine Reise Wert, an dieser Aussage lässt sich für uns nicht rütteln. Ein zweites mal kommt für uns aber wahrscheinlich nicht in Frage bzw. würde es nur unter bestimmten Bedingungen in Frage kommen. Wir würden auf jeden Fall zu einer wärmeren Jahreszeit fliegen. Wir sind sehr wärmeliebende Menschen (meine Frau noch mehr als ich) und es war uns an vielen Tagen einfach zu kühl am Strand. Wir würden eine längere Rundreise wählen oder wenn es unser Geldbeutel zu lässt eine Rundreise mit eigenem Führer und eigenem Programm. Der dritte und wichtigste Punkt ist, dass dann natürlich noch ein Strand vorhanden sein müsste. Eine "Umstrukturierung" wie auf Mallorca (also hin zum gehobenen Tourismus ohne Partygäste) würde unsere Entscheidung ebenfalls erleichtern.

Als nächste Fernreise schwebt uns Kuba vor. Unsere ehemaligen Nachbarn waren 2008 dort und hellauf begeistert von diesem Urlaub. Mal schauen wann wir diesen Traum verwirklichen können.

Wir hoffen das Lesen hat Spaß gemacht. Wer Kritik oder Lob loswerden möchte kann uns gerne über das Kontaktformular schreiben, wir freuen uns über jede Rückmeldung. Außerdem möchten wir die umfangreiche Bildergallerie noch einmal erwähnen, wir wünschen viel Freude beim durchstöbern der Bilder.