Mexiko 2008

Beitragsseiten

07.11.2008 3. Rundreisetag - Celestun

Nach der Besichtigung trafen wir uns am Parkplatz vor der Kirche und fuhren weiter nach Celestun. Auf der Fahrt dorthin erzählte unser Reiseführer etwas von einer nun folgenden Bootsfahrt. Nein, es wurde sogar noch besser, im Laufe der Zeit wurde eine Tretbootfahrt daraus (was sich dann als Witz heraus stellte). Von einer Bootsfahrt bei dieser Rundreise wussten wir gar nichts, wir waren zunächst etwas perplex und meiner Frau war der Unmut deutlich anzusehen. Wir und Boote, dass sind nämlich zwei Welten, die so gar nicht zusammen passen wollen. Nachdem wir 2006 in der Türkei einen Ausflug auf dem Wasser untenommen hatten und dabei bereits nach kurzer Zeit zuerst die Toilette und dann das Meer mit unserem Mageninhalt beglückten und auch nach dem Landgang am Abend noch stundenlangen Schwindel verspürten, haben wir uns geschworen nie wieder ein wasserfähiges Fahrzeug zu betreten. Aber gut, was soll`s haben wir uns schließlich gedacht, wird schon nicht so schlimm werden.

Um auch ordentlich Material dabei zu haben gab es vorher noch ein Mittagessen in einem Restaurant direkt am Strand. Hier gab es kein Buffet, sondern ausnahmsweise mal Essen von der Karte. Nachdem wir dem Ober mit Hilfe unseres Reiseführes und spanischem Kauderwelsch begreiflich gemacht hatten, dass meine Frau ihre Pute vom Grill gerne Natur und ohne Salsa hätte, unternahmen wir noch einen kurzen Spaziergang am Strand. Einem mexikanischen Koch scheint so ein Putenspieß so ganz ohne irgendwas irgendwie zuwider zu sein. Auf jeden Fall war der Spieß schön dick mit Knoblauch mariniert (oder es gibt in Mexiko Geflügel das Knoblauch im Fleisch einlagert). Meine Frau würde so etwas schon gerne essen, verträgt es aber leider nicht. Die Reklamation war allerdings kein Problem und der zweite Versuch war dann auch wirklich Pute Natur. Meine Scampis in Tomatensosse waren übrigens lecker und auch das Fleisch meiner Frau hat sehr gut geschmeckt.

Nach dem Mittagessen ging es dann weiter ins Vogel-/Naturschutzgebiet Celestun. Vor dieser Bootsfahrt hätten wir keine Angst haben müssen, sie fand nämlich auf einem stillen Seitenarm statt, von Wellen also keine Spur. Die Beförderung erfolgte übrigens in kleinen Motorbooten, die maximal 6 Gästen platz boten. Nachdem wir eine Brücke unterquert hatten, ließen es die Bootsführer krachen (die kleinen Teile gingen richtig ab). Wir hatten einen Heidenspaß, man musste dabei nur aufpassen, dass der Fahrtwind einem den Sonnenhut nicht wegfegte.

Ein Boot unserer Reisegruppe.

Das Wasser in Celestun war braun-rötlich, nicht sehr tief und an den meisten Stellen bis kurz unter der Wasseroberfläche mit Algen und ähnlichem bewachsen. Das Ufer bestand aus dichtem Mangrovenwald. Nach einigen Minuten rasanter Fahrt bekamen wir die ersten Flamingos zu Gesicht. Es war erst Anfang der Flamingo-Saison, deshalb hatten wir (angeblich) Glück, dass schon welche da waren. Wie auch immer, wir waren beeindruckt von den großen Schwärmen. Die rosa Färbung des Gefieders kommt übrigens von Carotinoiden aus dem Plankton, welches die Vögel fressen (rötliches Wasser!).

Eine kleine Gruppe fliegender Flamingos.

Beim Starten drückten sich die Flamingos mit ihren Füßen vom Wasser ab, das sah aus als ob sie übers Wasser laufen würden. Nachdem wir den Schwarm ausreichend fotographiert und begutachtet hatten, fuhren wir weiter. Wir haben noch nie so viele Vögel auf einem Haufen gesehen wie in Celestun. Unglaublich. Nicht nur viele verschiedene Arten waren vertreten (Pelikane, Reiher und was weiß ich noch alles) sondern auch noch jede Menge von den unterschiedlichen Gattungen.

Alles voll mit Vögeln

Nachdem wir auch dieses Spektakel genügend gewürdigt hatten, schipperten wir weiter um durch den Mangrovenwald zu fahren. Auch hier fällt mir nur wieder das Wort beeindruckend ein um zu beschreiben, wie sich die Wurzeln der Bäume ins Wasser stelzten und so ganz bizarre Formationen bildeten.

Mitten im Mangrovenwald.

Nach der Mangrovenrundfahrt haben wir kurz an einer Art Mangrovenlehrpfad halt gemacht. Dort konnte man auf einer Konstruktion durch den Wald laufen um Tier- und Pflanzenwelt näher zu erkunden. Nach diesem Rundgang war die Führung auch schon wieder zu Ende und wir machten uns auf den Weg zum Bootsanleger. Der Bootsausflug war sehr schön und ich hoffe die Bilder und der Text können einigermaßen vermitteln, was wir in diesen nicht ganz 2 Stunden erleben durften. Weitere Bilder von Celestun sind wie immer in der Bildergallerie zu finden.

Anschließend ging es mit dem Bus weiter nach Merida, dem letzten Übernachtungsort unserer Rundreise. Dort sind wir im 4 1/2-Sternebunker El Conquistador abgestiegen. Der erste Eindruck des Hotels war gut (obwohl wir den Willkommensdrink nicht runter brachten, es war ein Tequilacocktail mit ordentlich Salz am Rand des Glasses) und auch das Zimmer machte einen ordentlichen Eindruck. Nachdem wir uns häuslich eingerichtet und frisch gemacht hatten gingen wir zum Abendessen. Dieses Abendessen war kulinarisch gesehen der absolute Tiefpunkt dieser Rundreise. Fettiges, pampiges, kaltes Essen, einfach nur grausam. Selbst ich -und es gibt wenig, das ich nicht esse- habe mich schwer getan von dem Essen, außer kalten Nudeln, allzu viel herunter zu bringen.

Nach dem Abendessen unternahmen wir noch einen Spaziergang zum nächsten Oxxo und ich habe von unserem Zimmer im sechsten oder siebten Stock (ich weiß es nicht mehr genau) ein paar herrliche Bilder von Merida bei Nacht geschossen. Mit einem dieser Bilder möchte ich diesen Tag des Reiseberichtes auch abschließen:

Merida bei Nacht