Florenz 2009

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19.09.2009 Piazzale Michelangelo

So gegen 12 Uhr, wir verbrachten ca. 2 Stunden in dem Gebäudekomplex, machten wir uns auf den Weg über die Ponte alle Grazie auf die andere Seite des Arnos. Dort angekommen ging es zunächst zum Turm San Niccolo, dem Ausgangspunkt zu unserer nächsten Exkursion. Bevor ich jedoch von unseren weiteren Erlebnissen berichte noch ein kleiner Tipp. In der Gegend von Florenz in der wir uns nun befanden, also südlich des Arno und rechts der Ponte Vecchio (wenn man auf die Karte schaut bzw. links der Ponte Vecchio wenn man überdieselbe gelaufen ist) gibt es, wenn überhaupt, nur typische Ausflugslokale (also überteuertes Fastfood). Wer eher auf lokale Kost steht, der sollte noch vis a vis oder links bzw. in Verlängerung der Ponte Vecchio speisen. Wir wussten das damals noch nicht und mussten "hungern" bis wir von unserer Bergtour zurück kamen.

Ziel unserer Wanderung war der Piazzale Michelangelo, ein Aussichtspunkt auf einem Berg der im 19. Jahrhundert gebaut und, wie es der Name schon sagt, Michelangelo gewidmet wurde. Der kurvige Weg nach oben führte an natürlichen Steingrotten die in Mauern integriert waren entlang. Die Grotten waren mit Wasser aus einem kleinen Quell gefüllt, dort wimmelte es von Fischen und Wasserschildkröten.

Steinmauern mit Felsgrotten

Nach den historischen Genüssen der letzten beiden Tage war der Aufstieg  eine willkommene Abwechslung. Es war schön warm, die kleinen Tümpel waren voll mit Leben und die Steine mit allem möglichen begrünt. Außerdem wurde mit jedem Meter den man weiter nach oben kam die Aussicht auf Florenz herrlicher. Die ersten Höhenmeter waren in Terrassen, die untereinander über Treppen oder Serpentinen verbunden und nach hinten durch die bereits erwähnten Mauern und nach vorne durch ein Steingeländer begrenzt waren, unterteilt. Der weitere Weg ging über mehr oder weniger holprige Schotterpiste den Berg hinauf. Beachtlich war dabei dass wir relativ viele Damen gesehen haben die sich in Stöckelschühchen hinauf und wieder hinab gequält haben, den Gesichtern und dem Gestackse nach eine jedoch nicht ganz schmerzfreie Leistung. Ein Highlight ist die Viale Giuseppe Poggi, eine wunderschöne von Bäumen gesäumte Serpentinenstraße, welche insgesamt 3 mal überquert wird.

Serpentinenstraße

Oben angekommen erwartete uns ein großer unscheinbarer Parkplatz mit ein paar Büdchen und dem Nachbau von Michelangelos David (und natürlich jeder Menge Touris). Aber deswegen sind wir ja nicht hoch gewandert,  der Ausblick war dafür umso besser. Auf der sehr breiten Front hatte man einen unglaublichen (mir fallen bald keine Superlative mehr ein :-)) Blick auf Florenz und das Arno-Tal, auf der rechten Seite sah man die ins grüne übergehenden Ausläufer von Florenz und auf der linken Seite präsentierte sich eine toskanische Landschaft wie aus dem Bilderbuch. Aber genug der blumigen Worte, die Impressionen sprechen für sich:

Florenzpanorama

Blick auf den Arno und die Ponte Vecchio

Toskanische Landschaft wie aus dem Bilderbuch, leider fehlen die ebenfalls typischen Zypressen

Nachdem wir uns satt gesehen hatten wanderten wir weiter zur Kirche San Miniato al Monte. Diese Basilika lag noch etwas höher als der Piazzale Michelangelo und man hatte dort ebenfalls einen ausschweifenden Blick über Florenz. Den meisten anderen Touristen war der Aufstieg (nach der anstrengenden Busfahrt bis zum Piazzale :-)) wohl zu viel und wir hatten das Gebäude fast für uns alleine. Die Kirche war äußerst sehenswert, wer nicht gerade Probleme beim Laufen hat sollte sie sich auf jeden Fall ansehen. Neben der Basilika sind auf dem Gelände noch ein Friedhof auf dem unter anderem Maler, Künstler und betuchte Bürger begraben liegen, ein Bischofspalast , ein Kloster und ein Laden in dem die Mönche ihre Erzeugnisse verkaufen untergebracht. Der Laden scheint übrigens bei Feinschmeckern sehr beliebt zu sein, leider hatte er bei unserem Besuch nicht offen.

Blick über den Friedhof

Kuppelfresko und Altar San Miniato

Mittlerweile hatten wir ziemlichen Hunger und wir haben tatsächlich für ein paar Sekunden überlegt ob wir uns nicht in einem der "Restaurants" was holen sollen. Wir haben uns Gottseidank dagegen entschieden und uns auf den Weg zurück in die Stadt gemacht. Dort angekommen lud uns ein rustikaler kleiner Paniniladen Namens "Pane e Olio alimentari e panini" zum Verbleib ein. Nach den Paninis, mit Salami und Olivenöl für mich und mit Mozzarella und Tomaten für meine Frau, und einem schön kühlen Moretti-Bier waren unsere Lebensgeister wieder geweckt. Die letzte Station unserer Reise, der Palazzo Pitti mit dem Boboli-Garten, konnte kommen.