Florenz 2009

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19.09.2009 Santa Croce

Es war noch früh am Tag, wir hatten noch nichts spektakuläres gesehen und der Reiseführer versprach viel über die Basilika Santa Croce, also beschlossen wir die Kirche auch von innen zu besichtigen. Von außen war das Bauwerk hübsch anzusehen, es konnte jedoch bei der Pracht des Doms nicht mithalten. Nach einem kurzen Weintraubensnack auf dem Piazza Santa Croce ging es los mit der Besichtigung,. Der Eintrittspreis lag auf üblichem florentiner Niveau, ich glaube es waren um die 15 Euro pro Person. Als Highlight der Kirche wurden die Grabmäler und Gedenkstätten berühmter Künstler und der prächtige Altar angepriesen. Die wären auch sicherlich schön gewesen, wenn sie nicht gerade wegen Restaurierungsarbeiten verdeckt gewesen wären (Arrrgh). Am Eingang bzw. generell suchte man vergeblich nach einem Hinweis auf die Renovierung, auch der Preis war nicht ermäßigt. Gottseidank waren nicht alle Gräber betroffen, die von Michelangelo, Galileo Galilei und wenige andere waren von den Arbeiten verschont geblieben.

 

W i s s e n s w e r t

Die im 13. Jahrhundert nach Plänen von Arnolfo di Campio (ja,genau der Campio der auch den Dom entworfen hat) erbaute Kirche ist die größte Franziskanerkirche Italiens. Der Grundstein wurde wahrscheinlich 1294 oder 1295, einer Legende nach durch Franz von Assisi, gelegt. Wegen der vielen Berühmtheiten die in der Kirche beerdigt wurden  (insgesamt etwa 15.000) wird sie auch Pantheon (ursprünglich ein allen Göttern geweihtes Heiligtum, dieser Begriff wurde auf Gedenkstätten für berühmte Persönlichkeite ausgeweitet) von Florenz genannt. Fertiggestellt wurde das Bauwerk etwa 1385, an den Fassaden wurde bis 1863 gearbeitet.

Neben der eigentlichen Basilika gibt es noch einige kleine Kapellen, die berühmteste ist die Pazzi-Kapelle von Brunelleschi, und Klostergebäude in denen heute ein Museum untergebracht ist. In der Kirche und dem Museum finden sich zahlreiche Gemälde und Fresken berühmter italienischer Künstler.

 

Vor den Gräbern so berühmter Menschen wie Galileo und Michelangelo zu stehen erfüllte uns mit Ehrfurcht. Wenn man bedenkt was diese Universalgenies in einer Zeit in der man für die falsche Sicht der Dinge getötet werden konnte erschaffen und erdacht haben konnten wir nur den größten Respekt empfinden. Neben den eindrucksvollen Monumenten gab es noch viele weitere Ruhestätten, die wichtigeren im inneren der Kirche am Boden und die weniger wichtigen außerhalb der Kirche in einem langen Gang an den Wänden und am Boden. Die Gräbergestaltung befriedigte übrigens auch meine eher "morbiden und martialischen Neigungen", Totenköpfe, Schwerter, Skelette und Dämonen waren nicht gerade selten abgebildet.

Die kleinen Altarräume und Kapellen die sich links und rechts des (leider abgedeckten) Hauptaltars befanden waren ebenfalls sehr sehenswert. Die kleinen Räume waren meist mit wunderschönen Buntglasfenstern ausgestattet und die größeren mit aufwändigen Wand- und Deckenmalereien versehen. Im Anschluß an Santa Croce konnten wir noch einige Räumlichkeiten, darunter auch die Pazzi-Kapelle, und eine Manufaktur in der edle Ledererzeugnisse in Handarbeit hergestellt wurden besichtigen. Nach einer kurzen Rast im Kreuzgang des Mönchsklosters erkundeten wir noch den Grabgang und das Museum in den Gebäuden des ehemaligen Klosters. Doch genug des Geredes, hier nun die Impressionen zu den entsprechenden Erlebnissen.

Santa Croce Frontalansicht

Michelangelos letzte Ruhestätte

Eine der größeren Seitenkapellen

Buntglasfenster Santa Croce