Florenz 2009

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19.09.2009 Mercato Centrale

Bevor ich mit der Erzählung unseres zweiten Florenztages beginne möchte ich erst die Story mit unserem Zimmernachbarn los werden. Wie bereits erwähnt war es generell in dem Hostel nicht zu laut, zwar etwas quirlig aber alles in allem durchaus angenehm, wäre da nicht der Trottel neben uns gewesen. Der Typ konnte weder in normaler Lautstärke noch wenig Reden, Gottseidank waren meistens entweder wir oder er unterwegs. Nachdem der Volldepp allerdings zwei mal in der Nacht zwischen 4 und 5 Uhr vom florentiner Nachtleben zurück kam und dabei die komplette Straße unterhielt war es uns lieber wenn er  in seinem Zimmer laut war. Dann konnte man wenigstens gegen die Wand klopfen und nach einem kurzen (muss ja sein) Gegenmaulen war dann auch Ruhe (typisches Großmaul halt). Wiederwärtiger Höhepunkt seines Schaffens war dann als der Typ eines späten Nachmittags seine Freundin ge***  (*** durch ein beliebiges vulgäres Wort ersetzen) hat . Ich will jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen aber wer schon mal ein Kaninchen beim Fortpflanzungsakt gesehen hat und diese Geschwindigkeit auf ein Pärchen und ein nicht gerade hochwertiges Bett projiziert, der kann sich vorstellen wie sich das angehört hat. Ich will jetzt auch nicht mehr länger auf dem Thema herumreiten, es ist anscheinend einfach ein Naturgesetz dass immer ein Arschloch dabei ist (wie der Specht auf der Arche, wer diese Karikatur schon mal gesehen hat).

Auch dieser Tag begann mit Nutellasemmeln auf unserem Zimmer und einem schönen starken Cappuccino bei unserem Stammitaliener. Der Zentralmarkt (Mercato Centrale) war unser erstes Ziel. Wir wussten auch so ungefähr wo wir ihn finden sollten, was wir aber zunächst nicht fertig gebracht haben. Wir sind 2 mal um den kompletten Markt herum gelaufen bis uns bewusst wurde dass wir den Gesuchten schon die ganze Zeit umrundeten. Zu unserer Entschuldigung muss man sagen dass nirgends explizit angeschrieben stand dass es sich bei dem umrundeten Gebäude um den Mercato Centrale handelte. Im Inneren erwartete uns ein wahres Feinschmeckerparadies. Gewürze, Früchte, Gemüse, Schinken, Salamis, Fleisch, Teigwaren aller Art und noch vieles mehr kann dort käuflich erworben werden.

 

T i p p

Am besten das Frühstück einmal weg lassen und im Mercato Centrale schlemmen. An einem Metzgereistand in dem Markt gibt es morgens gekochtes Fleisch auf einem Brötchen und dazu einen kleinen Becher Rotwein, das sah einfach unglaublich lecker aus. Wer in aller Frühe noch kein Fleisch rein bringt der findet auch was Süßes zum Essen.

Außerdem sollte man einen Zweitkoffer dabei haben und sich ein "kleines Schinkelchen" (oder zwei, oder drei) oder andere Leckereien mit nach Hause nehmen.

 

Schinkenparadies im Mercato Centrale

Ein Stand mit leckerer Pasta

Es war einfach schön durch die Gänge zu schlendern und die reichhaltige Auswahl zu begutachten. Der Italiener, so haben wir gelesen, gibt ja für sein Essen gerne auch etwas mehr Geld aus und wie wir feststellen mussten kann er dabei auch noch Spaß haben. Wir haben uns für den weiteren Tagesverlauf mit Obst (verdammt leckere Weintrauben und Nektarinen) und Brötchen im Markt eingedeckt und noch etwas Pasta als Mitbringsel für Zuhause gekauft und sind dabei so zuvorkommend und freundlich bedient worden wie wir es in Deutschland noch nicht erlebt haben. Im sonnigen Süden fällt es einem halt einfach leichter ein fröhliches Gesicht aufzusetzen :-)

Unser erstes historisches Gebäude an diesem Tag war die Kirche Santa Maria Maddalena dei Pazzi. Von außen war das Bauwerk eher unscheinbar und schlicht, innen erwartete uns ein wunderschönes Deckenfresko. Leider war es in dem Gotteshaus zu dunkel um anständig fotografieren zu können. Wegen einer Veranstaltung oder eines Feiertages (wir können beide kein italienisch) war unser nächstes Ziel, die Große Synagoge von Florenz (Tempio Maggiore), geschloßen und nur von außen zu besichtigen.

Die Große Synagoge (Tempio Maggiore) im Gegenlicht

Auf dem Weg zur nächsten Attraktion (Santa Croce) kamen wir noch an der Casa Buonarroti vorbei. Dort haben eine Zeitlang Buonarrotis gewohnt und heute ist darin ein kleines Museum untergebracht. Der berühmte Michelangelo hatte mit dieser Wohnung wohl wenig zu schaffen (soweit ich das noch richtig im Kopf habe).