Florenz 2009

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18.09.2009 Dom Santa Maria del Fiore

Die Nacht war, abgesehen von einigen unsanft zugeschlagenen Türen und etwas Lärm im Gang, ruhig und wir haben sehr gut geschlafen. Das blieb, bis auf einen Vollidioten der sich echt daneben benommen hat und dazu noch dass Zimmer neben uns hatte, auch die restlichen Nächte so. Zu dem Volltrottel gebe ich später in diesem Bericht noch etwas zum Besten (könnte unterhaltsam werden :-)). Generell kann man sagen dass die Übernachtung im Hostel für eine Städtereise zu empfehlen ist, wer sich jedoch einfach nur erholen möchte sollte lieber noch ein paar Euro pro Nacht drauf legen und sich ein richtiges Hotel oder eine schöne Pension suchen.

Nach dem Frühstück auf unserem Zimmer und einem Cappuccino To Go bei unserem (zukünftigen) Stammcafe/-restaurant an der Kreuzung Platz der Unabhängigkeit (Piazza dell'Indipendenca) und Straße des 27. April (Via 27 Aprile) ging es zum Piazza di San Marco und von dort über die Via Ricasoli zum florentiner Dom Santa Maria del Fiore und zum Baptisterium (Taufkirche) San Giovanni.

Wir kamen ziemlich früh an und auf dem Platz vor dem Dom (Piazza del Duomo) war noch sehr wenig los. Da wir etwas mehr von der Kathedrale sehen wollten entschlossen wir uns für die Besichtigung der Kuppel (xx Euro pro Person). Die etwas mehr als 460 Stufen bis nach oben waren nicht ganz ohne, aber die Anstrengung hat sich auf jeden Fall gelohnt. Mit jedem Fenster dass wir auf dem Weg nach oben passierten wurde die Aussicht schöner. Außerdem wurde der Aufstieg hin und wieder angenehm unterbrochen, als erstes in einem Raum in dem Heiligenstatuen ausgestellt waren. Zwei mal musste man die Kuppel auf der Innenseite jeweils zur Hälfte umrunden und konnte dabei das Kuppelfresko aus der Nähe betrachten, alleine dieser Anblick machte den Ärger über die hohen Eintrittspreise wieder Wett. Die letzten Stufen waren dann noch einmal richtig Steil, danach wurde man jedoch mit einem sensationellen Blick über Florenz belohnt. Doch genug der blumigen Worte, hier nun ein paar Impressionen vom Dom, dem Aufstieg und der Aussicht auf der Kuppel:

Dom Santa Maria del Fiore

Die Jesusdarstellung des Kuppelfreskos

Florenz

Nachdem wir genug von Florenz gesehen hatten machten wir uns auf den Weg nach unten um den eigentlichen Dom zu besichtigen. Mittlerweile war der Platz vor der Kathedrale gut gefüllt und wir mussten anstehen um ins Innere zu gelangen. Bis auf das Deckenfresko in der Kuppel, welches man kaum erkannte, war diese Besichtigung eher unspektakulär, wohl auch der Grund warum man hier keinen Eintritt verlangte. Neben ein paar Gemälden, Gräbern und der üblichen Kircheninnenausstattung konnte man im Keller noch das Grab Burnelleschis ansehen. Außerdem waren im Untergeschoß noch ein kleiner Shop und ein Museum, welches allerdings Eintritt gekostet hätte, zu finden.

 

W i s s e n s w e r t

Der florentiner Dom, dessen Bau 1296 begann, ist eine der größten Kathedralen Europas. Nach dem Tode di Campios, der die Pläne entworfen hatte, kam der Bau für mehr als 30 Jahre zum erliegen. Auch der zweite Bauherr Giotto di Bondone war zu Beginn seiner Berufung 1334 mit 67 Jahren kein Jungspund mehr. Er richtete sein Hauptaugenmerk auf den Kirchturm (Campanile di Giotto), der jedoch bei seinem Tod 1337 gerade einmal ein Stockwerk aufwies. Im Jahre 1359 wurde der Kirchturm schließlich fertig gestellt, anstatt der ursprünglich geplanten 110-115 Meter war er jedoch nur 85 Meter hoch. Die Pläne für den Dom wurden immer wieder modifziert, 1368 schaffte man es schließlich sich auf einen Plan zu einigen und das daraus entstandene Ziegelmodell für verbindlich zu erklären. Im Jahre 1379 wurde das Langhaus für die ersten Gottesdienste genutzt. Bereits nach etwas mehr als 200 Jahren empfand man die Fassade als nicht mehr Zeitgemäß und entfernte diese. Erst zu Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Front in ihrem heutigen Erscheinungsbild fertig gestellt.

Der Bau der Kuppel begann 1418 und dauerte 16 Jahre, der Plan bzw. das Modell stammte von Filippo Brunelleschi und wurde 1 Jahr vor Baubeginn erstellt. Das 107 Meter Hohe und 45 Meter im Durchschnitt messende Bauwerk wird aufgrund seiner Einzigartigkeit als Höhepunkt der Renaissance gesehen. Das Deckenfresko der Kuppel ist der wohl größte christliche Fresken-Zyklus (ca. 4.000m², wer mit dieser Flächenangabe etwas anfangen kann) und wurde von 1572 bis 1579 erschaffen.

 

Unsere nächste Anlaufstelle war das Baptisterium (Taufkirche) San Giovanni, gleich gegenüber vom Dom. Auch hier hätte man gegen eine Gebühr eine Besichtigung durchführen können, wir fanden das Gebäude jedoch nicht so interessant dass wir dafür gerne Geld ausgegeben hätten. Außerdem war die Hauptattraktion, Lorenzo Ghibertis Porta del Paradiso (Paradiestür), von außen zu sehen.