Ein Unglücksrabe…

Hm.

Das bin ich wohl, ein Unglücksrabe.

In letzter Zeit habe ich das Gefühl, ich ziehe das Unglück auf magische Weise an…

Sei es eine Schürfwunde hier, ein umgebogener Fingernagel da, diverse Qutschungen und Prellungen wollen natürlich auch mit dabei sein, bis hin zu anderen diversen gesundheitlichen Wehwehchen und größerem…

 

Als würde das ganze nicht ausreichen habe ich auch noch das untrügliche Gespür für die langsamste Kasse im Supermarkt. Ihr wollt an der Kasse im Supermarkt schnell vorankommen? Kein Problem, nehmt einfach eine der Kassen, an denen ich NICHT stehe.

Ich könnte  ewig so weiter jammern, aber was nutzt es schon… Nichts, aber es tut gut zu jammern. ;)

Am unerträglichsten ist meine Unglücks-Affinität momentan bei meiner Ärztewahl…

Entweder ich bin zu anspruchsvoll oder ich suche mir einfach immer die falschen Ärzte aus.

Ich fühle mich von vielen Ärzten einfach nicht Ernst genommen und habe oftmals das Gefühl, lästig zu sein. Auch vermisse ich das ruhige Erklären der Befunde, das ich bei meinen früheren Ärzten hatte, von mitfühlenden/beruhigenden Worten mal ganz abgesehen.

Ich war diese Woche bei meinem Zahnarzt. Die Behandlung erfolgte nicht wie sonst durch ihn selbst, sondern durch seine frau, mit der er eine Praxis hat. Die nette Dame bohrte gleich drauf los, röntgen, das volle Programm. Am Ender der Behandlung meinte sie dann noch knapp, dass der Zahn abgestorben sei, sie das jetzt gespült habe und ich in 2 Wochen wieder kommen soll, dann bekomme ich die endgültige Füllung. Bum.

Fachlich ja durchaus korrekt… ABER: Wäre es der freundlichen Dame denn zu viel gewesen, mir VORHER kurz zu erläutern, was sie gleich tun wird? Woher so etwas kommt? Wie die weitere Behandlung aussieht? Wie die Erfolgschancen aussehen?

Ich war ehrlich gesagt so verdattert, dass ich gar nicht reagiert habe (hatte bisher eigentlich keine Zahnprobleme und war daher etwas… hm… schwer von Begriff vielleicht?).

Am Abend hatte ich dann noch die Ehre zu meiner Augenärztin zu dürfen… Größer Spaß. Wenn man nicht privat versichert ist kommt man nicht unter einer Stunde Wartezeit dran, es können gerne auch mal an die zwei Stunden werden. Ich hatte um 17 Uhr einen Termin. Auch wenn ich im privaten Leben alles andere als ein pünktlicher Mensch bin, so bemühe ich mich doch, stets pünktlich zu Terminen zu erscheinen, insbesondere Arztterminen, da ich ja den Zeitplan der Praxis nicht durcheinander bringen möchte.

Nun gut, manchmal kommt es eben anders als man denkt. Ich hatte höllische Zahnschmerzen, war am Nachmittag noch ein zweites mal beim Zahnarzt gewesen und fand keinen Parkplatz, dh nochmals eine Runde fahren. Mein Blick auf die Uhr zeigte mir, dass es 17.10 Uhr war, als ich die Praxis erreichte, etwas zu spät, ich dachte aber, dass dies nicht sodnerlich schlimm sei, da ich ja eh 1 bis 1 1/2 Stunden Wartezeit vor mir hatte.

Also ging ich frohen Mutes die Treppen hinauf, klingelte, und wurde von einem Äußerst “freundlichen” “Um was geht`s” der Arzthelferin im Türrahmen erwartet. Ich stammelte etwas von Termin und 17 Uhr, wurde netterweise eingelassen, woraufhin die nächste Arzthelferin mich noch “freundlicher” als die Erste darüber aufklärte, dass “17 Uhr, nicht 15 Minuten später”. Der Tonfall verschlug mir im ersten Moment die Sprache, zumal mir ein urzer Blick ins Wartezimmer zeigte, dass 12 (!!!!) Patienten vor mir darauf warteten, dass sich die Tore der glorreichen Hallen für sie öffnen mögen. Ich habe die nette Dame darauf hingewiesen, dass es das erste Mal sei, dass ich so spät komme, dass dies bestimmt keine Absicht war und dass ich eh noch nie unter einer Stunde Wartezeit aus der Praxis gekommen sei und noch genügend Leute im Wartezimmer sitzen, die noch vor mir dran seien.

Daraufhin gab`s nur kurzes Gebrummel und ich durfte mich setzen. Es folgte dann die nette Wartezeit, in der sich einige Leute über die Art und Weise in der Praxis beschwerten (es gibt noch mehr lustige Anekdoten, allerdings sind die eine andere Geschichte) und endlich würde ich aufgerufen. Eine Arzthelferin erschin mit den Worten “Meier, kommen.” (ich heiße zwar nicht Meier, sie benutze meinen Nachnahmen, aber das war auch schon alles. Kein “Frau”, kein “Sie”, kein “bitte”). Nette Gemüter. Die anderen 4 Arzthelferinnen beäugten mich gelangweilt und tranken weiter Kaffee.

Tja, direkt kann ein Arzt ja nicht unbedingt was für seine unfreundlichen Angestellten, allerdings erwarte ich trotzdem ein Mindestmaß an Höflichkeit und darunter verstehe ich nicht, von den Arzthelferinnen angepampt zu werden.

Auch ist es mir ein Rätsel, wie man es schafft, JEDESMAL dort so lange Wartezeiten zu erziehlen, meine Behandlung bei der Ärztin selbst dauert nur wenige Minuten. Mir ist durchaus bewusst, dass Notfälle, was auch immer dazwischen kommen können, aber doch nicht JEDESMAL bei ALLEN Leuten, die Patienten in dieser Praxis sind. Wenn man dann dazu noch eine schroffe Ärztin hinzuaddiert und die Tatsache, dass sie meine gewünschten krankenkasslich bezuschussten Untersuchungen nicht durchführen wollte, sondern nur die Eigenleistungen, tja, dann fühlt man sich in so einer Praxis leider nicht sodnerlich wohl…

Jaja, ich weiß.

Vermutlich denkt sich nun jeder “dann geh doch da nicht mehr hin!”.

Toll.

Und dann? Ich MUSS regelmäßig zur Kontrolle, viele andere Ärzte nehmen keine neuen Patienten mehr auf, haben ebenso unhöfliche Helferinnen, genauso lange Wartezeiten und möchten am liebsten nur noch Eigenleistungen durchführen.

Nun gut, genug gejammert, ich such mal weiter nach einem neuen Augenarzt…