Philips HomeCooker: Abschließendes Fazit

 

Nun konnte ich den HomeCooker einige Wochen über die Testcommunity „Konsumgöttinnen“ testen und möchte nun mein abschließendes Fazit hierzu schließen.

Philips hat den HomeCooker in Zusammenarbeit mit Jamie Oliver entwickelt und er soll den geplagten Hausfrauen den Koch-Alltag erleichtern indem er eigenständig Speisen umrührt, so dass diese beim Anbraten oder Kochen nicht mehr anbrennen können. Darüber hinaus wird ein Schneideturm mitgeliefert, um die Lebensmittel in Raspel oder Scheiben schneiden zu können.

Insgesamt umfasst das Set von unten nach oben:

  • Basis mit Display, hier kann man die Temperatur von 40°C bis 250°C einstellen und bestimmen, ob umgerührt werden soll oder nicht. Darüber hinaus kann man auch einen Timer benutzen, der dann automatisch auf eine Warmhaltefunktion umschaltet.
  • Ein Hitzeschutzring
  • Ein Edelstahltopf mit dem Rührer
  • Ein Pastakorb
  • Ein Dampfgarkorb mit Dampfgareinsatz
  • Und ein Glasdeckel

Beigefügt erhält man noch ein Kochbuch mit einigen Rezeptvorschlägen.

Das komplette Set wie oben beschrieben

Das Ganze war stabil verpackt. Gekommen ist der Homecooker in schwarz, es gibt ihn aber auch noch in weiß. Ich mag keine weißen Haushaltsgerät, besonders wenn sie in Kontakt mit Möhren oder dergleichen kommen… ;) Also bin ich ganz froh über den schwarzen Kochhelfer! Da ich aber eine Verfechterin bunter Farben bin wäre in Zukunft eine größere Auswahl an Farben sehr wünschenswert. :)

Kosten soll das Set im Handel 399,99 € oder momentan 389,00 € über amazon. Wenn man sich das alles genauer betrachtet stellt sich mir die Frage: Wofür? Eine Platte, vermutlich Induktion, mit Timer und Gradangaben. Dazu ein Rührwerk. Ein Topf, der nicht gerade hochwertig aussieht. Und allerlei Plastikeinsätze. Abgerundet wird das Ganze durch einen Glasdeckel. Ach, halt! Den wackeligen Schneideturm mit Einsätzen gibt’s ja noch obendrauf! Eine Induktionsplatte mit Timer und Gradangaben gibt es beim Discounter oder anderswo für 40 – 60 €. Einen riesigen Topf mit Glasdeckel, gerne induktionsgeeignet, bereits ab 20 – 40 €… Keine Ahnung, was ein Rührwerk kostet, aber ich wette, nicht die Welt. Plastikzeug… Naja, vernachlässigbar. Eine hochwertige Reibe bereits für 50 €. Was genau rechtfertigt nun die Kosten von fast 400 €?!

Getestet habe ich verschiedene Gerichte: Kürbisrisotto, Germknödel, Rosmarinkartoffeln und eine Kürbissuppe.

Für das Kürbisrisotto habe ich den Schneideturm getestet. Den Kürbis und eine Pastinake geschält und in Schneideturm-kompatible Stücke geschnitten. Olivenöl in den HomeCooker Topf gegeben und auf 170°C erhitzt. Dann haben wir die Rührfunktion gestartet und die Kürbisspalten in den Schneideturm gegeben... Und in den Topf fallen: Schöne, gleichmäßige Kürbisraspel! ABER: der Schneideturm ist meiner Meinung nach sehr laut. Und: er wackelt stark sobald man ihn los lässt. Stabil sieht meiner Meinung nach anders aus. Was mich am meisten geärgert hat: es bleiben Teile des Kürbisses oberhalb der Schneideplatte hängen. Mit etwas auf und ab bewegen des mitgelieferten "Stopfers" konnten zwar einige Reste beseitigt werden, jedoch bei weitem nicht alle.

Kürbisreste im Schneideturm

Die Zubereitung der Germknödel hingegen hat mich komplett überzeugt!!! Mit Hilfe des mitgelieferten Garkorbes sind die Germknödel wunderbar aufgegangen und haben sehr lecker geschmeckt! Richtig luftig und fluffig!!! Dabei habe ich auch noch getestet, wie schnell der HomeCooker Wasser zum kochen bringt. Eigentlich mache ich das immer im Wasserkocher, der braucht hierfür knappe 5 Minuten (mit der Stoppuhr gestoppt ;) ). Nun wollte ich sehen, wie schnell der HomeCooker hierzu im Vergleich ist. Also 1,5 l Wasser bei 250°C erhitzt und der Timer teilt mit, dass dies etwa 10 Minuten benötigt... Zwischenergebnis: 1:0 für den Wasserkocher.

Perfekte Germknödel aus dem HomeCooker

Nun zu den Rosmarinkartoffeln: Meine persönliche größte Enttäuschung!!! Als ich die leckeren knusprigen Rosmarinkartoffeln im beigefügten Kochbuch auf Seite 40/41 gesehen habe ist mir das Wasser im Mund zusammen gelaufen und ich wollte sie sofort testen. Dabei habe ich mich genau an das Rezept gehalten. Gesagt, getan. Kartoffeln geschält, kleingeschnitten, im Garten Rosmarin geerntet. Den Topf auf 250°C hoch geheizt, 4 EL Olivenöl zugegeben, Kartoffeln und Rosmarin zugefügt und den Timer auf 70 Minuten gestellt. Da ich von Natur aus ein ungeduldiger und auch misstrauischer Mensch bin stand ich alle paar Minuten vor dem Topf und beäugte die Rosmarinkartoffeln. Nach 30 Minuten fingen sie an, an den Rändern auseinander zu fallen. Halt, was ist das denn?! Im Kochbuch sehen die aber kein bisschen zerfallen aus!!! Ok, mal ein Stückchen Kartoffel probieren... Hm, mehr als weich. Aber kein Fitzelchen gebräunt! Sehen aus wie nackige Salzkartoffeln, nix mit knusprig! Oder... Stopp! Doch, da ist was Knuspriges! Der Topfboden sieht so richtig lecker knusprig aus!!! Schön eingebrannt, juche! Und was soll ich jetzt mit den restlichen 40 Minuten Garzeit, die der Fernsehkoch mir vorschlägt anfangen?! Die Kartoffeln zu Püree verarbeiten? Oder gar endgültig in den Topfboden einbacken lassen?! Ich entscheide mich dagegen und esse nackige, sehr dezent nach Rosmarin schmeckende, Salzkartoffel-anmutende, kein bisschen knusprige Kartoffeln.

Unsere nackigen Kartoffeln und das Original im Kochbuch

Als Dreingabe gibt es einen fahlen Beigeschmack. Ohne mich rühmen zu wollen, ich koche gut und backe fantastisch. Ich habe mich genau an das Rezept gehalten. Bin ich zu doof knusprige Rosmarinkartoffeln im HomeCooker zuzubereiten?! Oder... Nein, man wird mich doch nicht für dumm verkaufen wollen...? Recherchen im Internet brachten zu Tage, dass nicht nur ich unfähig bin, auch anderen Leuten gelingen keine knusprigen Kartöffelchen im angeblichen Wundergerät. Eher ein vergleichbarer Brei... Ich würde mich unwahrscheinlich über eine Livevorführung von Philips, oder auch gerne von Jamie, freuen in der sie mir zeigen, wie der HomeCooker wahrhaft knusprige Rosmarinkartoffeln zaubert!

Die Kruste der Bratkartoffeln blieb im Topf, nicht an den Kartoffeln

Als Letztes kam die Kürbissuppe dran. Dafür zunächst beide Kürbisse schälen und in Würfel schneiden. Den HomeCooker auf 250°C heizen, Olivenöl darin erhitzen und Kürbiswürfel zugeben. Alles 15 Minuten lang anbraten… Hm… Irgendwie wird nur die unterste Schicht Kürbis angebraten, die oberen Schichten gelangen überhaupt nicht auf den Boden… Eine bessere Umwälzung wäre hier doch sehr wünschenswert. Anschließend habe ich den etwas dürftig angebratenen Kürbis aus dem Topf entfernt und bin mit der zweiten Ladung Kürbis genauso verfahren. Auch hier das gleiche Ergebnis: wenig angebraten… Dann habe ich die gesamten Würfel in den Topf gegeben, die Temperatur auf 130°C reduziert, Brühe zugegeben bis der Kürbis bedeckt war und anschließend alles eine Stunde mit geschlossenem Deckel geköchelt. Zum Abschluss den Rührarm entfernt und die restlichen Stückchen püriert. Mit etwas Salz und Chiliflocken abgeschmeckt und fertig! Fazit: Schmackhafte Suppe. Aber die Suppe wird genauso schmackhaft mit einem stinknormalen Topf. Das Volumen des HomeCookers war fast zu klein hierfür, da ich Suppe immer auf Vorrat koche und diese dann portionsweise eingefriere. Wünschenswert wäre ein zweiter Rührarm, der vielleicht eine zweite Rührebene enthält, so dass nicht nur die Speisen direkt am Boden, sondern auch weiter oben umgerührt werden.

HomeCooker prall gefüllt mit Butternutsuppe

Meine Meinung zum HomeCooker: Gute Idee, noch nicht ganz ausgereift. Preis-Leistungsverhältnis stimmen für mich nicht.