Umzug 2. Teil

Wie im November 2007 angekündigt folgt nun der 2. Teil unseres Umzugsabenteuers.

Kurz vor der Autobahn hatte ich die 2 Mädels eingeholt und wir fuhren in einer "Kolonne" Richtung Frankfurt. Etwa eine halbe Stunde später schaffte es auch der Rest des Umzugsteams sich auf den Weg zu machen, allerdings auf den falschen bzw. nur fast richtigen Weg. Zeittechnisch waren wir ja eh schon hinterher und der kleine Umweg passte ja auch perfekt zum restlichen Tagesgeschehen. Aber was will man tun, sowas passiert halt.

Wieder zurück zu unserer Kleinwagenkolonne: Ich fuhr mit meinem Ka voraus und mein Schatz und ihre Mama folgten im Lupo. Kurz vor Frankfurt folgte dann der Höhepunkt dieses Tages. Ich überprüfte im Rückspiegel, ob wir noch zusammen sind oder ob ich langsamer fahren muss und sah wie der Lupo vorne links absackte und auf den Seitenstreifen gelenkt wurde. Ich bin sofort rechts ran gefahren und hab mich rückwärts zu den beiden vorgetastet. Das linke vordere Rad hatte sich gelöst und ist, zum Glück, auf der Bremsscheibe weiter gelaufen. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie die Situation geendet hätte, wenn das Rad abgesprungen wäre. Wir standen erst mal ziemlich bedröppelt (und zitternd) da um dann schließlich doch noch ein Warndreieck aufzustellen und den ADAC, zwecks Rettungsmaßnahmen, anzurufen. Bei der Begutachtung des Rades fiel mir auf, dass alle Radschrauben bis auf eine weg waren und die verbleibende Schraube hatte es in zwei Teile gerissen. Die Belastung das Rad zu halten war wohl für eine Schraube zu viel gewesen. Mittlerweile war es viertel vor Fünf und meine Frau und ich beschlossen weiterzufahren, während Schwiegermama auf den ADAC wartete.

Mit etwas Verspätung kamen wir schließlich doch noch bei der Schlüsselübergabe an und der Lupo wurde zur nächsten VW-Werktstatt (in Offenbach) geschleppt. Mein Bruder hat noch (da wars schon fast 19:00Uhr und es machte sich bezahlt, dass die sich verfahren haben, sonst hätte er noch mal zurück fahren dürfen) Schwiegermama abgeholt und mit ihr den Lupo aus- und den Leihbus eingeräumt (wie gut dass da noch Platz drin war) und wenig später (ca. 19:30Uhr) waren wir wieder alle beisammen.

Es wäre ja zu schön gewesen, wenn jetzt auf einmal alles geklappt hätte, aber es standen natürlich schon die nächsten Probleme an. Wo verdammt noch mal soll man Freitag Abend in einer Frankfurter-Wohnsiedlung einen Fuhrpark (siehe Umzug 1. Teil) wie unseren unterbringen? Nach anfänglicher Resignation haben wir dann begonnen bei den Nachbarn zu klingeln um Stellmöglichkeiten zu ergattern. Der andere Teil unserer Helfer widmete sich währenddessen schon der Renovierung unseres Domizils (es mussten Teppiche rausgerissen, Wände und Decken gestrichen und neue Teppiche verlegt werden). Wie sich heraus stellte waren unsere neuen Nachbarn sehr hilfsbereit und unsere Karawane war nach einiger Zeit komplett untergebracht. Die einen waren im Urlaub, dort konnten wir die Einfahrt nutzen, eine andere Wohnung stand leer, auch die Abstellmöglichkeit haben wir uns gekrallt und last but not least wurden noch einige Autos umgeparkt um unserem LKW Platz zu machen. Zur Begrüßung gab es dann von einer Nachbarin noch ein Survival-Paket mit 2 Sixpacks Bier und Dickmanns.

Das nötigste zum nächtigen und wertvolle Dinge wurde noch aus den Fahrzeugen geräumt um anschliessend der Nachtruhe zu fröhnen. Pünktlich zum Schlafengehen besserte sich auch die Stimmung wieder und wir hatten noch einiges zu lachen...

Das restliche Wochenende und die darauffolgenden Wochen waren noch furchtbar stressig aber irgendwie haben wir es geschaft alles in die Wohnung zu pressen und das ganze auch noch gemütlich aussehen zu lassen. Eines ist klar: Ich ziehe erst wieder um, wenn der soziale Abstieg eintritt und wir uns diese Wohnung nicht mehr leisten können, wenn uns jemand unglaublich viel Geld für einen Umzug bietet, wenn jemand anders den Umzug durchführt oder wenn wir ein Haus bauen und dort einziehen.

Die Reparatur des Lupo hat 1200Euro gekostet und zog einen Rechtsstreit mit der Firma die den letzten Kundendienst gemacht hatte nach sich (der Kundendienst war noch gar nicht so lange her und die hatten unserer Meinung nach die Reifen herunten). Da es die Möglichkeit gibt eine Bremse zu überprüfen und zu entlüften ohne die Räder abzunehmen und wir auch nicht beweisen konnten dass die Firma die Reifen herunter gemacht hatte (obwohl ich persönlich weiß dass der Druckluftschrauber das liebste Gerät dieses lieben Kfzlers ist, aber das tut ja nichts zur Sache) gingen wir natürlich leer aus.