Katzen

Eine kurze Katzenbegegnung...

23.10.2012: Ein jähes Ende

Unsere Wohnung war nur kurz eine Katzenheimat. Wir konnten seit dem Biss von Leo kein Vertrauen mehr zu ihm aufbauen und dass er zutraulicher und mutiger wurde machte es leider nur schlimmer. Wir wussten nämlich nicht wie wir mit ihm umgehen sollten, er ließ sich ja nur anfassen wenn er das wollte. Chanel konnten wir ohne Probleme vom Tisch, vom Fernsehschrank, der Kommode heben, aber was sollten wir mit Leo machen? Leider sind wir noch blutige Amateure wenn es um Katzen geht, das war sicherlich auch ein Teil des Problems. Ehrlich gesagt standen wir die letzten drei Tage ständig unter Strom, das merken wir jetzt erst richtig wo wir kaputt, zerschlagen (aber auch traurig) und ohne Katzen zu Hause sitzen.

Gestern abend bekamen wir dann noch einen Schock. Chanel ging es nicht gut. Sie hat sich übergeben, hatte Durchfall und verweigerte fressen und saufen. Wir versuchten ihr mit einer kleinen Spritze (natürlich ohne Kanüle :-)) etwas Wasser einzuflössen, was leider nicht geklappt hat. Gegen 23:30 Uhr beschlossen wir schließlich in die Tierklinik in Hofheim zu fahren, bei einer drei Monate alten Katze kann es ja schließlich verdammt schnell dahin gehen. Die Tierärztin dort hat die Kleine untersucht und die Temperatur gemessen. Sie hatte über 40° Fieber (genau konnte die Ärztin das leider nicht messen da Chanel das Thermometer in ihrem Po nicht ganz so toll fand), schrecklichen Mundgeruch, eine verstopfte Nasse und sie hat ständig gewürgt. Chanel musste dann auch über Nacht in der Klinik bleiben.

Auf der Fahrt nach Hause beschlossen wir, dass wir Leo auf jeden Fall wieder abgeben (und damit leider auch Chanel, da ein Kitten immer eine zweite Katze haben sollte).

Ziemlich erschlagen standen wir am Morgen auf und machten uns nach dem Frühstück daran, den Kater zurück ins Tierheim zu bringen. Leichter gesagt als getan. Zunächst probierten wir das Tier mit Leckerlis und Spielzeug in die Transportbox zu bekommen. Leider war der letzte Transport erst wenige Tage her und Leo hatte ein gesundes Misstrauen gegen die Box. Er schlüpfte nie komplett rein sondern immer nur mit den Vorderpfoten, lang genug war er ja um so bequem an die Häppchen zu gelangen. Als auch der x-te verzweifelte Versuch misslang suchten wir im Internet nach entsprechenden Ratschlägen. Es bringt einem aber halt nichts wenn einem geraten wird, die Transportbox das ganze Jahr über stehen zu lassen, damit die Katzen das Misstrauen dagegen verlieren, wenn besagtes Tier nur wenige Tage bei einem war.

Langsam verloren wir die Geduld. Wir brachten bereits 3 Stunden damit zu, das Tier in die Box zu bekommen, unsere Methode war offensichtlich gescheitert. Als nächstes versuchten wir den Kater in eine Decke einzuwickeln. Habe ich schon erwähnt, dass der kleine Tiger Decken nicht so gerne mag? Ein weiterer dicker Brocken unserer Geduld wurde bei diesem Spiel aufgebraucht und da wir beide Angst hatten waren wir entsprechend verpackt. Wir hatten dicke Jacken und Arbeitshandschuhe an. Auch diese Herangehensweise war also nichts. Den Tipp, die Katze im Nacken zu packen und mit dem Po voran in den Transporter zu heben, war auch für die Katz, bei erwachsenen Katzen sollte man das nicht mehr machen, das Fell ist dann schon zu sehr mit dem Körper verwachsen.

Irgendwann riss bei mir der Geduldsfaden und ich fasste den Kater mit beiden Händen in der Mitte und wir bugsierten ihn mit dem Hintern voran in die Box. Klappe drauf und zusätzlich noch mit Klebeband gesichert, der Kater hat hantiert wie ein Wahnsinniger.

Adrenalingeschwängert und zitternd mussten wir erst ein paar Momente inne halten und etwas trinken bevor wir los fahren konnten. Der Rest ging dann schnell und ohne Komplikationen. Damit ist unsere kurze aber heftige Katzengeschichte auch schon zu Ende...

22.10.2012: Fortschritte

Ich habe mich mit Chanel geeinigt, das wir den Blog abwechselnd schreiben. Heute ist erst unser zweiter Tag mit Personal und es gab schon riesen Fortschritte, sowohl mit den Angestellten als auch zwischen uns Katzen. Aber alles der Reihe nach.

Nach dem Frühstück musste die Frau leider arbeiten, aber der Mann hat extra Urlaub genommen um sich um uns zu kümmern. Wäre aber gar nicht nötig gewesen, Chanel hat auf dem Sofa geschlafen und ich war auf meinem Lieblingsplatz, dem Fensterbrett im Büro. Das Personal konnte sogar mal in Ruhe Mittagessen, Chanel hat nämlich geschlafen, was für ein Glück für die beiden :-)

Chanel schläft total erledigt auf dem Sofa

Was bin ich eine große Katze

Später sind dann Chanel und ich uns etwas näher gekommen, wir sind sogar mit den Schnäutzchen zusammen gekommen ohne dass Chanel geknurrt hätte. Auch weitere Begegnungen liefen recht glimpflich ab, aber hin und wieder knurrt sie noch.

Nachmittags habe ich dann einen zweiten Lieblingsplatz entdeckt (ja, man kann mehrere haben), die Höhle im Kratzbaum. Die erste große Aufregung ist vorbei, hoffen wir das es so harmonisch weiter geht mit uns vieren. Zum Abschluß noch ein paar Bilder von mir, eines beim Fressen und eines in meiner Höhle.

Lecker Trockenfutter. Es ist übrigens recht schwierig mich zu fotografieren, da ich doch noch etwas misstrauisch bin.

Mein Reich :-)

22.10.2012: Die erste Nacht

Hier schreibt Chanel, Guten Morgen zusammen. Unser Personal dachte bestimmt wir machen die ganze Nacht radau und sitzen miauend vor der Schlafzimmertür. Da haben sich die beiden allerdings ziemlich geschnitten, wir sind nämlich schon große Katzen und waren die ganze Nacht brav im Obergeschoß auf Achse. Ich glaube unser Personal will gar nicht wissen, was wir da alles getrieben haben (werden sie auch niemals). Ich finde es eigentlich unverschämt, dass wir nicht ins Schlafzimmer dürfen, aber andererseits habe ich es ja auch nicht gern wenn jemand in meine Höhle eindringt.

Als erstes wurde die Wohnung von den beiden inspiziert, als würden wir was kaputt machen, dann bekamen wir unser Frühstück. Der Leo hat sich sofort auf seine Schüssel mit Trockenfutter gestürzt und reingehaun, ich wollte noch nichts.

Als das Personal gefrühstückt hat haben wir wieder dieses Lustige auf-den-Tisch-spring-Spiel gespielt. Man war das lustig. Dann hab ich die beiden noch etwas beschäftigt und schließlich hat sich doch der Hunger gerührt und ich habe mein Trockenfutter vernichtet.

Wir gehen übrigens beide schon brav auf die Katzentoilette, uns macht es auch nichts aus, das wir beide auf die gleiche Toilette gehen, obwohl eigentlich jeder von uns seine eigene hätte. Vielleicht mag ich den Leo ja doch. Obwohl, ich bin noch etwas zickig, der soll sich ruhig anstrengen...

Im Moment liege ich auf dem Sofa und döse und der Leo sitzt im Büro auf der Fensterbank und sieht den Blättern beim Fallen zu. Später gibt es sicher mehr von uns zu berichten, dann auch wieder mit Fotos...

21.10.2012: Das Zusammenleben

Die kleine Katze drängt sich hier ganz schön in den Vordergrund, jetzt erzähl mal ich, der Leo. Das war schon ungewohnt, diese neue Umgebung, irgendwie fehlt mir mein Tierheim... Ich war so frustriert, dass ich das weibliche Personal in die Hand gebissen habe als sie mich streicheln wollte. Danach hatte sie glaub ich Angst vor mir. Wir gewöhnen uns schon noch aneinander, ich hab im Moment ehrlich gesagt auch noch ziemlich Angst...

Diese kleine Zicke von Chanel hält mich ziemlich auf Abstand. Dabei würde ich sie so gerne beschnuppern und mit ihr Spielen. Aber die Umgebung ist ja für uns beide noch neu und die kleine hatte anscheinend noch nie mit erwachsenen Katzen zu tun.

Leo findet das Activity-Board klasse

Chanel kann mit dem Board nicht so viel anfangen

Nach dem Biss von mir war die Stimmung bei unserem Personal erst mal auf dem Tiefstand. Soweit ich weiß sind wir die ersten Chefs von denen, kein Wunder, dass die Frau meine Andeutungen nicht verstanden hat. Später kam dann das Personal der Nachbarskatze vorbei, die wollten die Chefetage auch mal kennen lernen. Gott sei dank haben die genug Erfahrung um unsere beiden zu beruhigen, die Stimmung war danach gleich wieder besser.

Als das Personal Kaffee getrunken hat, war Chanel gleich wieder am Tisch und hat versucht hoch zu springen. Ich weiß gar nicht wo dieses kleine Ding so viel Energie her hat....

Chanel mag es auch hin und wieder ruhig. Im Hintergrund sieht man übrigens die Sicherheitshandschuhe des Personals, falls wir uns mal in die Wolle kriegen sollten und getrennt werden müssen.

Am Abend wurde es dann gemütlich. Das Personal und Chanel lagen auf dem Sofa und ich habe mich schließlich auch dazu getraut. Wir beiden stehen übrigens total auf Sportsendungen, South Park und Simpsons. Ich war sogar so entspannt, das ich ein paar Mal weggedöst bin. Für die kleine Chanel ist das ja kein Thema, die vertraut dem Personal schon voll und ganz.

Wir haben übrigens noch keinen Kratz- und Kletterbaum, das wird unserem Personal beim nächsten Review auf jeden Fall negativ angekreidet. Ich habe aber mitbekommen, dass die ein riesen Teil für uns bestellt haben und dass es wahrscheinlich am Montag oder Dienstag geliefert wird. Hoffen wir das Beste, Chanel benutzt nämlich derweil den männlichen Angestellten für ihre Kletterübungen.

21.10.2012: Einzug

Soderlein, wir sind da. Jetzt können wir auch unsere Namen verraten, wir heißen Leo und Chanel. Wir stellen uns am Besten erst mal vor:

Ich bin der Kater Leo und ca. eineinhalb Jahre alt. Ich bin leicht behindert - sehe nur noch auf einem Auge und mein Kopf steht etwas schief. Ansonsten ist alles in Ordnung mit mir, obwohl... ich bin etwas misstrauisch, aber nur am Anfang. Jetzt wollt ihr sicherlich noch wissen wie ich aussehe. Ich bin ein Tiger, und zwar ein grau-brauner, mit wunderschönen, ausgeprägten Streifen im kurzen Fell. Ich werde unser Personal dazu veranlassen hier ein paar Bilder von mir einzustellen, dann könnt ihr mich bewundern...

Kater Leo

Ich bin die Katze Chanel und erst drei Monate alt. Verdammt bin ich ein kleiner, durchtriebener, süßer, grauer Tiger. Ich bin sehr anhänglich und neben schlafen ist spielen meine liebste Beschäftigung. Wenn es hier Bilder von Leo geben soll dann ist es ja wohl selbstverständlich, dass es von mir auch welche geben wird.

Katze Chanel

Unser Personal hat uns heute so gegen 11 Uhr aus dem Tierheim abgeholt. Der Leo hat in seiner Box die ganze Zeit gejammert während wir in unseren neuen Palast gefahren sind, da hab ich natürlich mit gemacht, wer weiß schon was die mit uns treiben? Ich glaube die zwei waren ganz schön aufgeregt, mal ehrlich wer ist das nicht, wenn er auf einer neuen Arbeit anfängt.

Haben die uns nicht tatsächlich erst mal getrennt und jeden von uns in einem anderen Zimmer rausgelassen. Ehrlich gesagt war das auch gut so, wir hassen uns zwar nicht, aber den Leo lass ich nicht an mich ran, auf keinen Fall. Ihr glaubt gar nicht wie so eine kleine Katze wie ich schon knurren kann. Aber ich glaube der Leo mag mich sogar, obwohl ich so eklig zu ihm bin, mal sehen was daraus noch wird...

Wir mögen uns nicht

Irgendwann hat sich das Personal dann ungefragt zum Essen hingesetzt, das konnte ich natürlich nicht geschehn lassen und bin den beiden ständig auf den Schoß gesprungen und zwei - drei mal habe ich es sogar bis auf den Tisch geschafft.

Das war jetzt erst mal genug von unseren heutigen Erlebnissen, später vielleicht mehr von uns...

 

 

20.10.2012: Wohnungsbesichtigung

Heute haben wir in Auftrag gegeben, dass sich eine Frau vom Tierheim mal unser zukünftiges Zuhause ansieht. Wir wollen ja schließlich gut wohnen und keine stark befahrene Straße in der Nähe haben. Und außerdem, stellt euch mal vor das währen Messis, oder die hätten schon eine ganze Wohnung voller Katzen.

Anscheinend war alles in Ordnung, wir dürfen nämlich morgen umziehen. Wie wir gehört haben war unser Personal schlecht vorbereitet, die mussten nach dem Besuch der Tierheimfrau nämlich erst noch losdüsen und eine gebürtige Ausstattung für uns kaufen. Vom Futter gar nicht zu reden...

20.10.2012: Activity Board

Wahnsinn, noch bevor wir überhaupt da sind baut uns unser Personal ein Activity Board. Wir wissen gar nicht mehr wann wir diesen Wunsch angebracht haben. Vielleicht beim ersten Kontakt im Tierheim? Muss so gewesen sein, sonst würden die's ja nicht machen.

Aus dem Teil zu futtern wird bestimmt lustig, warten wir es ab. Zur Einstimmung für unsere Leser hier schon mal ein Bild von dem Teil:

Das zur Hälfte fertig gestellte Activity Board

Das zur Hälfte fertig gestellte Activity Board

Achja, die zwei haben das Board erst zur Hälfte fertig. Aber ich würde sagen für erste Spiele taugt es auf jeden Fall und wir freuen uns auf Activity Board 2.0.